Jonathan Bauerschmidt untersucht die Rechtsperson der Europäischen Union. Dabei deckt er nicht nur einen bemerkenswerten Wandel auf, der durch völkerrechtliche Verträge einiger Mitgliedstaaten ausgelöst wurde, sondern ordnet diese Entwicklung auch in den Prozess der Konstitutionalisierung ein.
The European Union is still in transformation. Not long after the Lisbon Treaty was consolidated, a new form of differentiated integration has emerged during the Euro crisis in which international law treaties of some member states challenge the EU's constitution. Jonathan Bauerschmidt traces and evaluates these developments from a constitutional perspective. Die Europäische Union befindet sich noch immer im Wandel. Kurz nach der Konsolidierung im Vertrag von Lissabon zeigt sich in der Euro-Krise eine neuartige Form differenzierter Integration: Völkerrechtliche Verträge einiger Mitgliedstaaten fordern die Europäische Union in ihrer Verfasstheit heraus. Wie können diese Entwicklungen nicht nur beschrieben, sondern in den Prozess der Konstitutionalisierung eingeordnet werden? Auf diese aktuellen Fragen will Jonathan Bauerschmidt Antworten geben und wird dabei von einer doppelten These angeleitet. Einerseits stellen die völkerrechtlichen Verträge eine neuartige Form der Integration dar, die zu einem bemerkenswerten Wandel in der Rechtsperson der Europäischen Union geführt haben. Andererseits ermöglicht erst ein grundlegendes Verständnis vom Begriff der Rechtsperson selbst, diesen Wandel aufzudecken.
Die Arbeit wurde mit dem Konrad Redeker-Preis 2018 der Humboldt-Universität Berlin ausgezeichnet.