Was mir direkt von Anfang an gefallen hat, war das eher südländische Flair beim worldbuilding, welches im Grunde nebenbei stattfand, ohne den Leser mit Details zu erschlagen.Die Protagonistin Zahru sieht in allen das Gute, zweifelt aber gleichzeitig an sich selbst. Dank ihrer Freundin Hen geht sie aus ihrer Komfortzone raus - wie gut das allerdings am Ende klappt, darf jeder von euch selbst beurteilen.¿¿Die Spannung und das Erzähltempo bleiben durchgehend hoch. Zahru muss konstant wachsam bleiben, was immer wieder zu leicht nervenaufreibenden Momenten führt - allerdings vollkommen nachvollziehbar, wenn man bedenkt, worum es geht. Diese anhaltende Anspannung überträgt sich gut auf die Lesenden und wird durch den flüssigen Schreibstil unterstützt.Beeindruckend finde ich auch, dass Zahru die meisten Probleme eigenständig löst. Obwohl sie sich ihrer Schwächen sehr bewusst ist, versucht sie kontinuierlich, diese zu überwinden, ohne dabei ihre Überzeugungen zu verraten. Dadurch wirkt sie glaubwürdig und nahbar, und man kann sich gut in sie hineinversetzen.Etwas mehr Tiefe hätte ich mir bei den Nebenfiguren gewünscht. Aber dann hätte das Buch deutlich über 429 Seiten, vor allem bei Charakteren wie Sakira. =DFür meinen Geschmack hätte es etwas weniger Lovestory bzw lovetriangles vertragen, aber wer auf Dreiecksbeziehungen steht, wird es unterhaltsam finden.The Kinder Poison ist ein solides Fantasy-Abenteuer mit gutem Tempo und einer glaubwürdigen Protagonistin. Wer eine unterhaltsame, gut geschriebene Geschichte sucht, wird hier definitiv bedient.