In der Erzählung Untergeher entdeckt ein Mann einen Grabstein mit seinem eigenen Namen und Geburtsjahr darauf, hinter dem Bindestrich die Jahreszahl des Vorjahres. Franz Busch, ein unscheinbarer Mann mit dem besonderen Talent, Stimmen nachzuahmen, gibt sich in Der Stimmenimitator als österreichischer Bundeskanzler Bruno Kreisky aus - und täuscht so Zeitungsredaktionen genauso wie den Finanzminister. In Sommer geht es nicht um die Jahreszeit, oder jedenfalls nur am Rande. Und in Frost wird ein Student der Literaturwissenschaft im Café Bräunerhof Zeuge von Thomas Bernhards letztem goldenen Herbst und des Skandals um sein Theaterstück Heldenplatz.
Unheimlich, überraschend, anders als gedacht - in jeder Erzählung trügt der Schein. Dreizehn Meisterstücke von großer Eleganz, für die sich Robert Menasse jeweils einen Titel von Thomas Bernhard entliehen hat. Scharf beobachtet und zugleich liebevoll im Blick auf die Figuren, mal ernst, mal komisch, mal tragisch, mal pointiert. Kein falscher Bernhard, sondern ein echter Menasse.
Inhaltsverzeichnis
Untergeher
Ungenach
Korrektur
Heldenplatz
Ein Kind
Der Stimmenimitator
Gehen
Holzfällen. Eine Erregung
Sommer
Die Macht der Gewohnheit
Der Weltverbesserer
Der Ignorant und der Wahnsinnige
Frost
Eine elegante Frechheit. Nachwort von Daniel Kehlmann