In dieser exegetischen Studie analysiert Volker Grunert den materialreichen Motivbestand des Hiob-Textes vor dem Hintergrund der in seiner kulturellen Umgebung relevanten Motiv-, Ritual- und Erzähltraditionen.
Volker Grunert's exegetical study on the Book of Job applies resources and insights from related cultural sciences such as Assyriology and Egyptology to illuminate the biblical text. Against a cultural backdrop that is embedded with artifacts and culturally relevant texts from its Eastern Mediterranean cultural historic context, Job steps from obscurity into focus. Hiobs kulturelle Umgebung zu beleuchten heißt, dessen Obskurität zu überwinden. Volker Grunert unternimmt in diesem Sinn eine kulturwissenschaftliche Untersuchung zur Schöpfungstheologie des biblischen Hiob-Textes.
Auf Grundlage von in der materiellen Kultur der Südlevante angezeigten 'Trends' zur mehrheitlich angenommenen Entstehungszeit des Texts analysiert er einen umfassenden Bestand an in der kulturellen Umgebung relevanten Motiv-, Ritual- und Erzähltraditionen. Eingebettet in diesen hermeneutischen Rahmen werden so manche der obskuren oder fragmentarischen Stellen bei Hiob in ihrem 'eigenbegrifflichen' Aussagegehalt verständlich. Denn die zweite Hälfte des ersten Jahrtausends vor der Zeitenwende ist eine Zeit, in der in vielen Kulturen des Ostmittelmeerraumes bisherige Konzepte zu Gott/Göttern, Mensch und Welt einer kritischen Neubewertung unterzogen werden. Der Hiob-Text und besonders seine umstrittenen Abschnitte sind Teil dieser Entwicklung.