Toller Schreibstil und spannende Familiengeschichte ¿ die Gegenwart und Marlowe konnten mich aber nicht ganz überzeugen.
Nachdem mir eine andere Reihe von Maureen Johnson richtig gut gefallen hatte, bin ich mit entsprechend hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Vor allem der Klappentext hat mich sofort angesprochen und klang genau nach einer Geschichte, die meinen Geschmack trifft. Ganz erfüllen konnte das Buch diese Erwartungen für mich allerdings nicht.Was mir von Anfang an sehr gut gefallen hat, war der Schreibstil. Er ist angenehm flüssig und hat dafür gesorgt, dass ich trotz meiner Kritikpunkte gerne weitergelesen habe. Sprachlich konnte mich die Autorin also wieder überzeugen.Mit dem Einstieg und vor allem mit Marlowe bin ich dagegen nicht richtig warm geworden. Auch im weiteren Verlauf konnte ich keine wirkliche Verbindung zu ihr aufbauen. Dadurch fiel es mir schwer, mich emotional auf die Geschichte einzulassen. Zusätzlich hatte ich immer wieder Schwierigkeiten, das Alter der Figuren richtig einzuordnen. Marlowe und auch die übrigen Jugendlichen wirkten in manchen Situationen deutlich jünger, während andere Handlungen oder Ereignisse eher auf ältere Charaktere schließen ließen. Das hat mich beim Lesen immer wieder etwas irritiert.Am spannendsten fand ich tatsächlich die Vergangenheit des Hauses und die Geschichte der Familie. Dieser Teil konnte mich richtig fesseln, und ich hätte gerne noch mehr darüber erfahren. Die Ereignisse in der Gegenwart konnten da für mich leider nicht ganz mithalten. Die Grundidee fand ich zwar interessant, die Umsetzung hat mich aber nicht vollständig abgeholt.Auch das Finale war für mich solide, konnte mich aber nicht so überraschen oder begeistern, wie ich es mir erhofft hatte. Es hat die Geschichte gut abgeschlossen, blieb für mich jedoch eher im Mittelfeld.Insgesamt hatte ich mir von Death at Morning House etwas mehr versprochen. Trotzdem hatte ich gute Lesestunden und habe die Geschichte insgesamt gerne gelesen - auch wenn sie für mich nicht an meine Erwartungen oder an die andere Reihe der Autorin heranreichen konnte.