Dora und Rado haben es diesmal mit einer schrecklich zugerichteten Leiche in einem Filmstudio und einem LKW, aus dem sich literweise rote Flüssigkeit auf die Landstraße ergießt, zu tun. Beide kämpfen jedoch auch im Privatleben mit Problemen. So hat Dora aufgrund ihrer Hirnverletzung Probleme mit ihrer Schmerzmittelsucht und Rado ist mittlerweile alleinerziehender Vater und Leiter der Rauschgiftfahndung. Als eine Opioid-Epidemie Island überschwemmt, gibt es weitere Tote.
Jón Atli Jónasson läßt mit "Gift" das Team Dora und Rado zum zweiten Mal ermitteln. Auch diesmal dominieren mir die privaten Probleme zu sehr. Alkoholismus, Schmerzmittelsucht und soziale Probleme sind hier geballt vertreten. Es erscheint fast so, daß bei der isländischen Polizei niemand arbeitet, der ein normales Leben führt. Falls der Autor damit bezwecken wollte, ein unverwechselbares Team zu erschaffen, ist ihm dies gelungen. Ob es gefällt, ist eine andere Sache. Mir persönlich war es deutlich zu viel und die Hoffnung, daß dies nur in Band 1 so ausgeprägt war, war leider umsonst. Die Handlung wird in mehreren Strängen erzählt. Man ermittelt aufgrund einer Leiche in einem Filmstudio und eines LKWs, der eine Blutspur hinter sich her zieht, der Fahrer liegt tot neben dem LKW. Dies könnte natürlich sofort zu einer fesselnden Geschichte werden, braucht aber Anlaufzeit. Danach wird es dann jedoch noch spannend und man verfolgt, wie Dora und Rado trotz ihrer Unterschiede ein perfektes Team abgeben. Jón Atli Jónasson hat eine Handlung rund um aktuelle Themen geflochten und es ist schon erstaunlich, was auf dieser kleinen, ruhigen und übersichtlichen Insel alles passiert. Von wegen paradiesische Zustände!