Eine süße Story übers Erwachsenwerden, mit viel Potential, einer gewissen Melancholie und Nostalgie, die auf jeder Seite mitschwingen.
"Der letzte Sommer vor dem Rest unseres Lebens" ist ein Young Adult & Coming of Age Roman geschrieben von Daisy Garrison, erschienen bei Dragonfly.CoverDas Buch war ein kompletter Cover-Kauf. Das Cover ist einfach bildschön und fantastisch illustriert. Und der Farbschnitt, der diesen Sonnenuntergang weiterführt ist ein absoluter Hingucker im Bücherregal. Ich liebe die Rosa-, Violett- und Blautöne, den Abendhimmel und die Zeichnung von Cap und Mina am See total.InhaltCaplan und Mina sind im letzten High School Jahr und beste Freunde seit der Grundschule. Er ist der beliebte Golden Boy, der im Mittelpunkt steht, viele Freunde und eine hübsche Freundin hat und cool ist. Mina hingegen ist das Gegenteil: Still, ein Bücherwurm und eine Außenseiterin. Doch ändert sich das schlagartig, als sie plötzlich von Caps Freundin Hollis miteinbezogen wird und sein bester Freund Quinn sie zum Prom einlädt. Auf einmal muss Caplan sich fragen, was er wirklich für sie empfindet.Während Cap krampfhaft versucht, dass alles beim Alten bleibt, möchte Mina nichts lieber als dieses letzte Jahr hinter sich zu bringen. Ich mochte die Melancholie und die Nostalgie, die beim Lesen aufkam. Die Jugendlichen sind konfrontiert mit den Ängsten und all dem Gefühlschaos, das der Abschluss der Schule mit sich bringt.Leider waren die Figuren ziemlich flach. Sie verhielten sich oft kindisch und unrealistisch (z.B was Verzeihen von Mobbing oder ähnlichem betrifft). Trotz ihres Alters hätte ich sie aufgrund ihres Verhaltens und ihrer Reaktionen oft jünger geschätzt. Was ich auch sehr schade fand, war, dass die triggernden und sehr ernsten Themen so schnell abgehandelt wurden. Es wurde sich gar nicht damit auseinander gesetzt und wenn war es innerhalb von ein paar Sätzen oder Gesprächen geklärt. Da hat Tiefe gefehlt.Schreibstil Leider der größte Minuspunkt am gesamten Buch. Der Schreibstil war nicht schön, abgehakt und es entstand kein richtiger Lesefluss. Viele Figuren haben gleich geklungen und durch die fehlenden Zuordnungen musste ich bei den Dialogen manchmal mehrmals drüber lesen, um genau zu verstehen, wer was sagt. Es gab wenige bis gar keine Beschreibungen, was ich persönlich schade fand. Besonders mit dem Setting hätte man da deutlich mehr rausholen können. Manche Stellen klangen auch ziemlich zusammenhanglos bzw. sinnlos.FazitEin nettes Buch übers Erwachsenwerden und was es bedeutet, die High School hinter sich zu lassen und ins "echte" Leben zu kommen. Der Abschied vom Jugendlich-sein, die gewisse Melancholie, Nostalgie und Ängste, die dieser Moment mit sich bringen, sind gut eingefangen und realistisch. Den triggernden Themen fehlt leider die Tiefe. Schreibstil- und Figurentechnisch leider ein Flop.