Fortsetzung macht durchaus Spaß, Apfelmotte ist der heimliche Star des Ganzen
Kaum war ich mit "The Block" zurück in Ben Olivers dystopischer Welt, gab es auch schon den ersten Moment, bei dem ich ordentlich schlucken musste. Ich weiß nicht genau, womit ich auf den ersten Seiten gerechnet hatte - damit jedenfalls nicht.Kommen wir aber zuerst einmal zum Inhalt. Um Spoiler zu vermeiden, habe ich euch lediglich nochmal die Inhaltsangabe vom ersten Teil beigefügt: Jeder Tag im Loop ist die Hölle. Seit zwei Jahren sitzt Luka im Hightech-Jugendgefängnis und wartet auf seine Exekution. Eingesperrt in einer dunklen Zelle, lässt er einmal am Tag die schmerzhafte Energie-Ernte über sich ergehen, die ihm jegliche Kraft raubt. Die immergleiche Routine zerrt an seinen Nerven - bis sich alles ändert. Wachen verschwinden, Insassen nehmen sich das Leben, ein Ausbruch aus dem Loop scheint nun möglich. Doch Gerüchten zufolge kursiert draußen ein Virus, das Menschen in Killermaschinen verwandelt. Plötzlich ist ungewiss, wo die größere Gefahr lauert: innerhalb der Gefängnismauern oder in einer Welt, in der die Menschlichkeit der Vergangenheit angehört.Der Einstieg hatte wieder ordentlich Wumms, danach verlor die Geschichte für mich allerdings erst einmal etwas an Fahrt. Denn der Autor nimmt sich überraschend viel Zeit dafür, die Geschehnisse aus dem ersten Band noch einmal aufzugreifen und zu erklären. Eine kurze Zusammenfassung hätte mir persönlich vollkommen gereicht. Denn wer zum zweiten Band einer Trilogie greift, dürfte doch zumindest noch grob im Kopf haben, was alles im ersten Teil passiert ist. Stellenweise hatte ich deshalb eher das Gefühl, bereits Bekanntes noch einmal serviert zu bekommen, obwohl ich ja viel lieber wissen wollte, wie es denn nun weitergeht.Glücklicherweise findet die Story danach aber recht schnell wieder ihren eigenen Weg.Während sich "The Loop" noch größtenteils komplett hinter den Mauern des Hightech-Gefängnisses abgespielt hat, wagt sich "The Block" nun deutlich weiter hinaus. Was im ersten Band noch weitgehend im Verborgenen blieb, nimmt nun langsam Gestalt an: die Welt außerhalb des Loop und all das, was dort längst aus den Fugen geraten ist. Es wartet also keineswegs die große Freiheit. Dafür bekommt man als Leser aber endlich die ersehnten Antworten darauf, was aus dieser Welt überhaupt geworden ist."¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿. ¿¿¿ ¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿. ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿. ¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿ß¿ ¿¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿ö¿¿¿¿¿ ¿¿ ¿¿¿¿¿¿, ¿¿¿¿¿¿¿¿, ¿¿¿ ¿¿¿¿¿, ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿ö¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿ö¿¿¿¿¿, ¿¿¿ ¿¿ ¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿: ¿¿¿¿¿¿¿¿¿ä¿, ¿¿¿¿¿¿¿, ¿¿¿¿¿¿, ¿¿¿ ¿ä¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿ ¿¿¿¿¿¿, ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿, ¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿ü¿ ¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿, ¿¿¿¿¿, ¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿. ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿ ¿ü¿¿¿¿¿, ¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿ ¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿, ¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿ä¿¿¿, ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿, ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿, ¿¿¿ ¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿ ü¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿."Und dann gab es da noch eine Idee, die irgendwo zwischen ziemlich genial und vollkommen verrückt liegt. Mehr möchte ich darüber eigentlich auch gar nicht verraten, weil man sie am besten selbst entdeckt. Die Umsetzung sollte man allerdings nicht allzu kritisch hinterfragen, aber als Idee innerhalb dieser dystopischen Welt fand ich sie richtig stark.Überhaupt sollte man bei "The Block" vielleicht nicht jedes Detail auf die Goldwaage legen. Wie schon beim Vorgänger waren mir manche Erklärungen etwas zu dünn und bei so einigen Dingen fragte ich mich, ob das alles wirklich so funktionieren würde. Die ein oder andere Entwicklung verlangt einem also schon etwas Bereitschaft ab, die Logik für einen Moment Logik sein zu lassen.Auch dieses Mal hält sich Ben Oliver mit Action- und Gewaltszenen nicht gerade zurück. Es wird gekämpft, es wird brutal und zwischendurch geht es ordentlich zur Sache. Wer nach "The Loop" also gehofft hat, dass der zweite Band vielleicht etwas sanfter mit den Charakteren umgeht, dürfte ziemlich schnell eines Besseren belehrt werden.Luka hätte ich trotz allem zwischendurch gerne mal kurz zur Seite genommen und gefragt, ob das gerade sein Ernst ist. Besonders bei einer ganz bestimmten Situation konnte ich wirklich nur den Kopf schütteln. Denn wenn das Leben all deiner Freunde von dir abhängt, ist es vielleicht nicht unbedingt der beste Zeitpunkt, sich dermaßen volllaufen zu lassen, dass man kaum noch Herr seiner Sinne ist. Luka schafft es jedenfalls mehr als einmal, Entscheidungen zu treffen, bei denen ich ihm gedanklich gerne einen ordentlichen Schubs in die richtige Richtung gegeben hätte.Aber kommen wir nun zum heimlichen Star des Ganzen: Der heißt nämlich nicht Luka, sondern Apfelmotte! Zwischen all der Gewalt, der düsteren Zukunft und dem ständigen Kampf ums Überleben sorgt die kleine Apfelmotte immer wieder für genau die richtigen Momente zum Schmunzeln. Man muss dieses kleine Ding einfach mögen. Sie ist witzig, charmant und sorgt genau dann für ein Schmunzeln, wenn die Geschichte mal wieder besonders düster wird. Ich mochte sie jedenfalls vom ersten Moment an wahnsinnig gerne.Unterm Strich hatte ich mit "The Block" also durchaus meinen Spaß, auch wenn für mich nicht alles vollkommen rund gelaufen ist. Manche Erklärungen sind mir (immer noch) zu simpel und auch bei der Logik musste ich gelegentlich mal ein Auge zudrücken. Wissen möchte ich jetzt aber natürlich trotzdem, wie Ben Oliver das Ganze nun zu Ende bringt. Also auf in die letzte Runde - Band drei wartet schließlich schon.