Französisches Flair, Ermittlungen in höchsten Kreisen, ein Adeliger als Ermittler, interessante Hintergrundinfos zu den Schauplätzen.
"Verrat an der Loire" von Catherine Duval (2026 erschienen) ist ein Wohlfühlkrimi mit französischem Flair, bereits der dritte Fall, in dem Baron Philippe ermittelt.Das Titelbild, es zeigt Schloss Chambord, hat mich sofort angesprochen, erinnerte es mich doch an meine Reise zu den Loire-Schlössern. Der Schreibstil ist flüssig, locker und bildhaft. Das französische Ambiente wird nicht nur durch landschaftliche Schilderungen und Kulinarik vermittelt, sondern insbesondere bestechen die gut dosierten und mit dem Fall harmonisch verwobenen historischen Informationen rund um das Schloss, architektonische Besonderheiten, die Verbindung zu Leonardo da Vinci, über die Tatwaffe und last but not least auch die Thematik Jagdgepflogenheiten in Frankreich. Sehr angenehm fand ich auch die Kartenskizze mit den wichtigsten Loireschlössern. Die Handlung spielt im Wesentlichen auf Schloss Chambord und Umgebung.Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kannte, bin ich problemlos in die Geschichte hineingekommen. Es gibt immer wieder kurze Hinweise auf die früheren Fälle und das Vorleben des Ermittlers. Nichtsdestotrotz möchte ich die beiden Bände nachlesen.Philippe du Préssis, Baron de Beaumarchais, der zwölfte Duc de Cotignac, ist Inhaber der Agence des Affaires Délicates, einer Agentur für unangenehme Angelegenheiten. Als ein weitschichtiger Verwandter, der Vicomte de Murot, bei einem Jagdunfall ums Leben kommt, wittert Philippes Tante einen Mordfall und beauftragt ihn mit der Aufklärung. Kurz davor gab es einen weiteren seltsamen Unfall. Ein Jogger verblutete, nachdem er von einem Hund angefallen worden ist. Angeblich von einem Jagdhund. Philippe vermutet einen Zusammenhang, während Commissaire Charlotte Maigret von Unfällen ausgeht. So nach und nach findet Philippe Hinweise, Motive für die Morde und es kristallisieren sich Verdächtige heraus. Je näher er dem Täter kommt, desto gefährlicher wird die Jagd - im wahrsten Sinne des Wortes - für Philippe. Ein dramatisches Finale - eine unerwartete Lösung.Mir gefiel die Figur des Baron Philippe. Ein sympathischer Adeliger, ein bisschen spleenig, mit Stärken und Schwächen, gebildet, ein Genießer, aber kein kräftestrotzender Held, trotz mancher Ängste dennoch zielstrebig und tatkräftig, wenn es darauf ankommt. In Sachen Liebe hat er so seine Probleme - da fühlt er sich zu zwei sehr verschiedenartigen Frauen hingezogen. Es wird interessant, für welche er sich letztlich entscheiden wird. Mir hat der Krimi sehr gut gefallen. Ein interessanter Fall mit Spannungsmomenten, sympathischen Protagonisten, reichlich Wissenswertem und ansprechendem französischem Ambiente. Ich freue mit schon auf den nächsten Fall. Von mir gibt es eine Leseempfehlung mit 5 Sternen.