Hacking Age hat mich direkt neugierig gemacht, weil es nicht verspricht, die Zeit zurückzudrehen, sondern zeigt, wo ich heute ansetzen kann. Der Ton ist angenehm unaufgeregt: wissenschaftlich genug, um Vertrauen zu schaffen, und gleichzeitig so alltagstauglich, dass ich beim Lesen sofort Dinge markieren und ausprobieren wollte.
Am stärksten ist das Buch, wenn es konkret wird. Kleine, machbare Stellschrauben statt XXL-Umbau: Schlaf rhythmischer denken, Eiweiß und Ballaststoffe smarter planen, Krafttraining als Jungbrunnen verstehen, Stress wirklich managen (nicht nur verdrängen), Sonnenkultur statt Sonnenangst und dazu Hautpflege, die mehr ist als Marketing. Ich mochte die klaren Darum funktionierts-Erklärungen und die kurzen Mythen-Checks, die liebgewonnene Halbwahrheiten freundlich, aber bestimmt zerlegen. Viele Grafiken und Mini-Checklisten senken die Hürde, wirklich loszulegen.
Schön auch: der weite Blick auf Gesundheit nicht nur Blutwerte, sondern soziale Beziehungen, mentale Hygiene, neugieriges Lernen. Genau das fühlt sich nach älter werden, aber lebendig bleiben an, nicht nach Kalorien- und Minutenknausern.
Ganz ohne Abzüge ist es nicht. Einige Empfehlungen sind mir bekannt gewesen; der Mehrwert liegt dann eher in Struktur und Motivation. Hier und da hätte ich mir tiefere Quellenangaben oder klarere Was kann, was kann (noch) nicht-Kategorien gewünscht, gerade bei Trends (Supplements, Kälte/Wärme, Wearables). Und natürlich bleibt ein Rest Privilegien-Bias: Nicht jede*r kann Routinen ständig perfekt takten das Buch gibt zwar Alternativen, aber an manchen Stellen blitzt der Idealalltag durch.
Trotzdem überwiegt für mich klar das Positive. Hacking Age ist kein Wunderversprechen, sondern ein gut sortierter Werkzeugkasten, der mich freundlich in Bewegung setzt. Es vermittelt dieses seltene Gefühl: Ich muss nicht alles ändern, nur heute ein bisschen besser werden und morgen wieder. Genau damit schließt man das Buch und fängt an.