Ein gehypter Fast-Fiction-Thriller ohne Niveau. Wer echtes Genre-Handwerk sucht, wird von diesem flachen Plot-Twist-Konstrukt enttäuscht.
Es ist faszinierend zu beobachten, wie ein massiver Hype in den sozialen Medien die Wahrnehmung eines Buches beeinflussen kann. "Wenn sie wüsste" ist für mich das perfekte Beispiel für ein Werk, das gezielt für eine Leserschaft konstruiert wurde, die sich eher von viralen Trends und plakativen Effekten leiten lässt als von tatsächlicher erzählerischer Qualität.Wer regelmäßig hochwertige Literatur oder handwerklich fundierte Thriller liest, wird hier schnell die fehlende Tiefe bemerken. Der Schreibstil wirkt auf mich erschreckend simpel, fast schon generisch. Die Geschichte verlässt sich vollkommen auf einen jener mittlerweile inflationär genutzten Plot-Twists, die zwar kurzzeitig für einen Überraschungseffekt sorgen, aber bei genauerer Betrachtung logisch in sich zusammenfallen. Es scheint, als richte sich das Buch primär an Einsteiger oder Gelegenheitsleser, die wenig Vergleichswerte im Genre haben und sich von der reinen Ereignisdichte blenden lassen.Auch die filmische Umsetzung konnte an diesem schwachen Fundament nichts retten. Für mich ist dieses Buch ein reines Produkt des Zeitgeists - viel Lärm um sehr wenig Inhalt.