¿¿ Amely bleibt impulsiv und unreif, Shane erstaunlich blass. Weder Thriller noch Romance tragen das Finale überzeugend. ¿¿¿
¿¿Ich schreibe Rezensionen nur, wenn ich ein Buch auch wirklich zu Ende gelesen habe. Und genau das war hier leider der einzige Grund, warum ich Fallen Heart beendet habe. Nicht Neugier, nicht Begeisterung ¿ sondern Konsequenz¿ und ich hatte so gehofft, dass die Autorin an Teil 1 anknüpfen kann. ¿¿¿Ich verstehe grundsätzlich, warum Teil 3 so beginnt, dass auch Leser*innen ohne Kenntnis der Vorgänger abgeholt werden sollen. Aber: Bereits nach etwa zwölf Seiten war ich unfassbar genervt von Amely. In Teil 2 wurde mühsam am Thema Vertrauen ¿gearbeitet¿ ¿ damit sie in gefährlichen Situationen mitgehen kann, obwohl sie sich nicht auskennt und oft falsche Entscheidungen trifft. Und hier? Gefühlt hundertmal ¿Nein¿ und ¿Wieso¿. Dafür habe ich schlicht keine Geduld mehr. Keine Entwicklung.¿¿Amely ist für mich nur noch eine unreflektierte Dramaqueen. Sie sagt das sogar selbst. Etwa, als sie beschließt, wieder auf die Party zu gehen. Für mich wirkt es so, als würde ihre Impulsivität gezielt genutzt, um unlogisches Verhalten zu rechtfertigen, damit die Handlung vorankommt. Aber ganz ehrlich: Gute Storyundgute Figuren schließen sich nicht aus.¿¿Dass sie sich angeblich selbst aus den Händen der Chinesen befreit hat, sollte sie als stark zeigen ¿ hat bei mir aber nicht funktioniert. Sie morst mit einer Lampe, den Rest erledigt die Polizei. Wenn das Stärke sein soll, überzeugt mich das nicht. Spätestens im Gespräch mit Shane am Flughafen wird klar: Amely kann ihre Gefühle nicht regulieren. Das übernehmen Shane oder Olivia für sie. Und da das ganze in der Ich-Perspektive geschrieben ist - sitzt man als Leser in ihrem Kopf fest- unerträglich.¿¿Ich habe parallel Eragon gelesen ¿ mit einem pubertierenden Jungen als Protagonisten. Und selbst der hatte seine Emotionen zeitweise besser im Griff und entwickelte sich weiter. Amely tut das nicht. Sie bleibt auf dem Niveau einer pubertierenden Teenagerin. Für mich leidet darunter die gesamte Glaubwürdigkeit der Geschichte.¿¿Eigentlich müsste Shane/Noah schreiend vor ihr davonlaufen, statt sie zu begehren. Konsequenterweise weiht er sie irgendwann nicht mehr in seine Pläne ein ¿ sie macht ja ohnehin nur Quatsch. Das ist zumindest logisch, aber romantisch oder spannend ist es nicht.¿¿Nach etwa der Hälfte ist der Thriller-Plot um die Chinesen erledigt ¿ und dann wird es richtig schräg. Ein endloses Hin und Her aus männlichen Selbstzweifeln und weiblicher Dummheit, eingerahmt von Soap-Opera-Plots: Täuschung der Mutter, Schwester im Koma und tot, Gerichtsverhandlung, Ex-Freund-Schicksal, Halbbruder, Ex-Freundin, Schwangerschafts(abbruch)-Thematik, plötzlich auftauchende Diamanten, die alle Geldprobleme lösen. Und dazwischen Gespräche über Kindheit, Vertrauen, fleischfreie Ernährung (kein Witz ¿) und Beziehungen ¿ alles wie Kalendersprüche.¿¿¿Sogar Shane/Noah mochte ich weniger. Besonders der Umgang mit Ryan hat mich gestört. Es gibt aggressive Sprache, die Bedrohung transportiert ¿ und es gibt Gossensprache. Das ist nicht dasselbe. Hier wurde Letzteres benutzt, was die Figuren nicht gefährlich, sondern einfach nur assi wirken lässt. Seine Entwicklung empfand ich dadurch als unstimmig. Und Amely? Entwickelt sich ohnehin nicht.¿¿Es ist Dark Romance ¿ aber nicht einmal der Spice konnte mich diesmal überzeugen. Die Beziehung der Protagonisten ist für mich zu unglaubwürdig, die Dynamik ausgelutscht, die Erotik deutlich langweiliger als in Teil 1 und 2. Mehr 08/15 als Leidenschaft.¿¿¿¿Unterm Strich bleibt für mich eine enttäuschende Fortsetzung, die zu viel will, zu wenig zusammenhält und deren Figuren mich eher ermüdet als mitgenommen haben. 2/5 Sterne ¿ und leider ein Abschluss, der mir die Reihe nicht gut in Erinnerung behalten lässt.