Slow Burn in den Alpen. mehr Romance als Suspense, habe den Doppelband gelesen
Das Cover:Bzw beide Cover sind wirklich wunderschön. Die Berge im Wasserzeichenstil, warme Töne, eine harmonische Gesamtoptik. Die Red-Summer-Dilogie macht Lust auf Urlaub und Sommer, auch wenn das Cover auf den ersten Blick nicht unbedingt verrät, dass da auch Suspense drin steckt.Meine Meinung:Kristina Moninger kenne ich bereits durch Breaking Waves und dort hat mir der Schreibstil gefallen, der letzte Dunke fehlte aber ein wenig. Mit der Red-Summer-Dilogie verschlägt sie uns von der Küste in die Alpen und das Ergebnis ist ein Duo, das sich gut ergänzt und vor der Kulisse malerischer Berge eine Geschichte erzählt, die mehr mehr verspricht als einen Sommerflirt.Band eins: Jakob steht unter Verdacht. Bei einer Bergtour kam es zu einem tragischen Vorfall, die Polizei hat ihn im Visier und das Chalet seiner Mutter droht in die Insolvenz zu rutschen. In diese angespannte Ausgangssituation fährt Aurora mit ihrem Van vor, auf der Suche nach Antworten über den Tod ihrer Schwester Em. Dass ausgerechnet Jakob sie hat, ahnt sie nicht. Und dass sie sich trotz allem magnetisch zueinander hingezogen fühlen werden, hat sich keiner von ihnen gewünscht.Aurora ist eine Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt, sie ist frei, leichtherzig, mit einer Lebendigkeit, die ansteckend ist. Ihre Art, durchs Leben zu reisen ohne feste Pläne, wird von Jakob anfangs mit Unverständnis quittiert und genau diese Grumpy-meets-Sunshine-Dynamik ist das Herzstück der Geschichte. Was Aurora weniger ist: eine entschlossene Ermittlerin. Ihre Nachforschungen zum Tod ihrer Schwester sind eher zaghaft, sie kreist um die Wahrheit, ohne sie wirklich aktiv zu verfolgen. Wer auf knallharte Detektivarbeit hofft oder auf mehr Spannung, wird hier sanft enttäuscht.Wer sich dagegen auf das Mitfühlen einlässt, bekommt eine Protagonistin, die einem ans Herz wächst.Jakob ist der interessantere der beiden. Sein Geheimnis, seine Schuld, sein verbissener Kampf gegen Gefühle, die er nicht haben darf. Dass der Leser früh ahnt, was ihn mit Em verbindet, erzeugt eine gewisse Art der Spannung, die sich langsam entlädt, manchmal etwas zu langsam. Sein langsames Auftauen neben Aurora ist so gut geschrieben, dass man ihm die Zerrissenheit in jeder Zeile glaubt. Mir fehlte aber der Suspence Teil ein wenig. Band 2 verschiebt den Fokus auf ein neues Protagonistenpaar: Verena, Jakobs Schwester, wollte nie mehr zurück an den Felsenhimmel, bis ein Modeljob ihr keine Wahl lässt. Und dann ist da noch Mattia, ein ehemaliger Polizist aus Neapel, der aus einem sehr persönlichen Grund nach Verano gekommen ist und der ehrlicherweise zu sehr an den von Aurora erinnerte... hier hätte ich mir mwhr Individualität gewünscht.Dass er ausgerechnet das Chalet mit Verena teilen muss und ihr seine wahren Absichten verheimlichen muss , macht alles komplizierter als geplant.Verena ist das interessantere Gegenstück zu Aurora aus Band 1, sie ist weniger leichtherzig, mehr gezeichnet von dem, was passiert ist. Sie trägt ihren Schmerz still und je mehr Mattia das merkt, desto schwerer fällt ihm sein eigentlicher Auftrag. Mattia selbst ist direkt, schützend und mit einer Zerrissenheit, die man ihm von der ersten Seite an ansieht. Er sucht Gerechtigkeit für seinen Bruder und gerät dabei immer tiefer in Gefühle, die er sich nicht leisten kann. Die Chemie zwischen den beiden ist spürbar und manchmal herrlich unangenehm, genau das richtige Maß, damit man dran bleiben will Band 2 hat sogar etwas mehr Suspense-Anteil als Band eins und das Ende löst endlich auf, was den gesamten Sommer über im Verborgenen lag. Trotzdem war es eher eine normale Romance als echte Suspence. Was die Dilogie wirklich besonders macht, ist Moningers Schreibstil. Emotional, unaufgeregt und mit stillen Momenten, die unter die Haut gehen schafft sie eine Atmosphäre, die man gerne begleitet. Das Alpen-Setting ist so bildhaft beschrieben, dass man fast die Bergluft riecht. Die Suspense-Elemente sind ehrlich gesagt eher Beiwerk, die Geschichte ist in erster Linie eine Romance und das ist etwas schade, da ich andere Erwartungen hatte.Die beiden Bände sind als Dilogie angelegt und sollten unbedingt nacheinander gelesen werden, was dieser Doppelpack einem sehr einfach macht.Mein Fazit:Mehr Romance als Suspense, aber was für eine. Moninger schreibt mit Gefühl und Atmosphäre, die Alpen als Setting geben der Geschichte genau das richtige Flair. Wer auf Slow Burne und stille emotionale Momente steht, ist hier absolut richtig.