"ist es nicht trotzdem ein erhebender Gedanke, dass das eigene Leben in irgendeiner Form erhalten bleibt, dass auch diese Brief vielleicht eines Tages für irgendwen eine Bedeutung haben könnte, wie gering auch immer?" (S.70)¿Sybil ist Juristin im Ruhestand und hat trotzdem noch einiges zu sagen. Und so schreibt sie Briefe an alle möglichen Menschen, denen sie etwas zu sagen hat. Dabei begegnen ihr neben Glücksmomenten, Schicksalsschlägen auch Geheimnisse und das echte Leben.¿"Die Briefe Schreiberin" ist ein Roman zu dem ich nicht in der Buchhandlung gegriffen hätte und doch hat mich das Buch von der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Ich habe Sybil durch Briefe, verschiedene Zeiten und unterschiedliche Menschen kennenernen dürfen. Das war ein sehr interessanter Aufbau, eine Protagonistin und ihre Geschichte nur durch Briefe begegnen zu dürfen. Was ich aber noch viel spannender fand, ist der Blickwinkel, der sich durchs lesen verschoben hat.¿Denn durch die verschiedenen Korrespondenzen die Sybil führt, lernt man wie wichtig und bedeutsam das geschriebene Wort ist. Es ist einerseits ein bisschen anonym, andererseits zeigt es auch eine verletzliche Seite. Und noch viel wichtiger ist, dass Briefe für die Ewigkeit sind, eine Textnachficht oder Email kann irgendwann einfach so gelöscht werden, klar ein Brief auch verbrannt werden. Aber mitunter, kann er eine Geschichte erzählen. Ein Werkzeug sein, dass einen die Welt mit ganz anderen Augen sehen lässt. Vor allem zeigt es aber auch, dass sich das Gegenüber Zeit genommen hat, etwas zu Papier zu bringen. Vielleicht das sogar auf besondere Weise ausgewählt hat und das ist auch ein besonderer Akt der Zuneigung.¿Sybil hat in der Geschichte mit einigen Hürden zu kämpfen. Die, machen das Leseerlebnis zu etwas Besonderem. Man darf Teil von ihrem Leben sein und fühlt sich, als würde man einer wichtigen Persönlichkeit durchs Leben begleiten. Und dennoch hat auch sie ihre Ecken und Kanten, gesteht sich Fehler ein und scheut sich nicht davor, großen Persönlichkeiten wie Autoren, Regisseuren oder anderen Menschen zu schreiben und dabei ihre Meinung kundzutun. Das hat mir sehr gut gefallen.¿Die Autorin hat mit dem Roman eine Geschichte geschrieben, die zeitlos ist und eben wie aus dem Leben heruas geschrieben ist. Denn irgendwie erzählt jede Persönlichkeit seine eigene Geschichte undas macht das Leben doch mitunter so spannend, diese Geschichten zu hören und sich Zeit zu nehmen. Und durch Briefe und das geschriebene Wort, bleiben sie für die Nachwelt eben ewig.¿Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich gebe 5 von 5¿¿