Mit diesem Roman ist der Autorin ein Buch gelungen, was mich wahnsinnig berührt, zutiefst bewegt, aber auch zum Nachdenken gebracht hat.
Sybils Leben besteht aus Briefen, die sie mit einer wahnsinnigen Leidenschaft mit Füller und Papier verfasst. Jeden Tag aufs Neue. Sämtliche Stimmungen hält sie darin fest, egal, ob sie positiv oder negativ sind, ob sie sie geschrieben hat, weil sie aufgebracht war oder einfach nur so.
Sie schreibt einfach Briefe.
Doch da gibt es diesen einen, diesen besonderen Brief, den sie schon über Jahre hinweg schreibt, der nach wie vor nicht fertig ist, und den sie schon gar nicht wegschickt. Er ist einfach noch nicht vollendet. Doch der Brief hat eine Geschichte, und der, der muss sich Sybil irgendwann stellen - darum wird sie nicht herumkommen.
Über die Jahre hinweg hat sie es geschafft, ihre Umgebung mit ihren Briefen von sich fernzuhalten, doch ihr eigenes Leben, das holt sie immer wieder ein, und nun, nun muss sie versuchen, ihre eigene Geschichte aufzuarbeiten und zu verarbeiten.
Wird sie es schaffen, mutig zu sein und wieder gut mit sich selbst werden?
Es ist eine Geschichte, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Irgendwie stelle ich es mir toll vor, mein Leben dem Briefeschreiben zu widmen.
Ich finde, dass es um einiges leichter ist, Dinge niederzuschreiben, als sie zu erzählen.
Vielleicht, weil man beim Briefeschreiben mit sich selbst ist - kein Gegenüber hat, was einen in einem Gespräch unterbrechen kann.
Die Kehrseite der Medaille ist, dass man vieles mit sich alleine ausmachen muss - nicht auf den Rat eines Gegenübers zählen oder hoffen kann.
Was hinter der Geschichte steckt, hat mich wahnsinnig berührt.
Mich hat traurig gemacht, was mit Sybil passiert.
Es ist ein wundervolles Buch, was mich dazu animiert hat, selbst auch wieder Briefe zu schreiben.
Geschriebenes bleibt, Gesprochenes kann vergessen werden.
Ich gebe für dieses emotionale, berührende, bewegende und tiefgreifende Buch eine absolut klare Leseempfehlung ab!
Für mich ist es ein klares Lesehighlight!