Fast schon mystisch, sehr bretonisch und typisch Dupin mit einer besonderen Note
Kommissar Dupins zehnjähriges Dienstjubiläum in der Bretagne steht bevor, als ein toter Schafzüchter gefunden wird. Der Tote lebte auf der bretonischen Insel Belle-Ile, die größte der bretonischen Inseln. Mal wieder muss Dupin aufs Boot um direkt auf der Insel zu ermitteln. Dort kennt jeder jeden und ist gefühlt auch irgendwie mit jedem über 10 Ecken verwandt. Der Tote hingegen hatte keine Verwandten mehr und schien stattdessen mit so ziemlich jedem Probleme zu haben, was die Liste der Tatverdächtigen nicht kürzer macht.Jean-Luc Bannalecs Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und sobald es um die bretonische Landschaftsbeschreibung geht, ausufernd und farbenfroh. Dies und die genaueste Beschreibung sämtlicher kulinarischer Genüsse, die Dupin während seiner Ermittlungen nie auslässt, gehört zu dieser Reihe, wie die Buchstaben aufs Papier. Scheinbar ist der Autor selbst begeistert von der Belle-Ile, denn diesmal gerät er geradezu ins Schwärmen. Gleichzeitig versucht sich Bannalec ein wenig an einem Fall a la Agatha Christie, was ihm Recht passabel gelingt. Diesem Buch der Reihe schwebt eine besondere Nuance Humor und noch etwas mehr "bretonisch" bei, die Leser, die bereits die ersten 9 Bände gelesen haben, besonders gut genießen werden und sicherlich öfter schmunzeln werden, als Neueinsteiger in der Reihe.Mein Fazit: Ein würdiger Jubiläumsband mit sehr eigenem Flair, ohne dabei aus der Reihe zu fallen. Mir hat der kleine Abstecher auf die Insel gut gefallen und ich bin gespannt wohin mich Band 11 führen wird.