Was ich an dieser Reihe nach wie vor liebe, ist das Setting. Aspen als Kulisse und die Welt des Eiskunstlaufs faszinieren mich total. Besonders auf Harpers Geschichte war ich gespannt, da sie seit Band 1 eher kühl, arrogant und unnahbar wirkt. Als jemand, der im Luxus aufgewachsen ist, hatte ich oft das Gefühl, dass sie die anderen auf Abstand hält.
In diesem Band wird jedoch schnell klar, dass Harpers Leben alles andere als perfekt ist. Hinter dem Reichtum verbirgt sich ein goldener Käfig. Vor allem ihre Mutter setzt sie massiv unter Druck und kontrolliert nahezu jeden Bereich ihres Lebens. Eigene Entscheidungen? Fehlanzeige.
Als Harper erneut einen neuen Trainer bekommt, regt sich zum ersten Mal echter Widerstand in ihr. Everett, ehemaliger Olympiasieger, soll sie zurück auf die Erfolgsspur bringen. Doch die viel wichtigere Frage ist: Will Harper diesen Weg überhaupt noch gehen?
Die Dynamik zwischen Harper und Everett hat mir grundsätzlich gut gefallen. Die Anziehung zwischen Trainer und Schülerin sorgte für Spannung und hat definitiv Potenzial. Leider wirkte die Entwicklung ihrer Beziehung auf mich stellenweise etwas sprunghaft. Mal waren sie sich sehr nah, dann wieder auf Distanz, sodass ich die Gefühle nicht immer ganz nachvollziehen konnte.
Was mich ebenfalls etwas gestört hat: Beide Protagonisten tragen gleich mehrere schwere Belastungen mit sich herum. Für meinen Geschmack war das etwas zu viel. Die Geschichte hätte auch funktioniert, wenn Harper mit dem Druck ihres Elternhauses und Everett mit dem plötzlichen Ende seiner Karriere zu kämpfen gehabt hätten. So wirkte manches unnötig überladen.
Trotz meiner Kritik werde ich die Reihe definitiv weiterlesen. Allein die Neugier auf Paisley und Knox ist inzwischen groß genug. Allerdings habe ich bisher nicht das Gefühl, dass die Reihe mit jedem Band stärker wird.