Eine gute Grundidee mit vielen Längen
Skandinavische Krimis und Thriller sind ja eigentlich immer ein Dreamteam für mich. Daher landete "Strumschreie" von Tina N. Martin, erschienen bei Blanvalet, auf meiner Wunschliste und lag als Geschenk unter dem Christbaum. Die erste Szene des Buches weckte meine Neugier, doch danach kam leider überhaupt keine Spannung mehr auf. Denn mit diesem Fall konnte mich Tina N. Martin leider nicht von sich und dieser Reihe überzeugen. Die Grundidee der Story rund um die Frage, wie viel ein Menschenleben wert ist, fand ich extrem stark. Daraus hätte man etwas machen können; nur leider hätte es hierzu viel mehr Zug im Storytelling gebraucht.Den Schreibstil der Autorin mochte ich, und trotzdem gelang es ihr nicht, mich bei der Stange zu halten. Die Story entwickelt sich über zwei Zeitebenen - ein Kunstgriff, den ich normalerweise total gerne mag. Leider konnte mich die Ebene rund um ein Mädchen im vom Krieg gebeutelten Syrien emotional nicht erreichen. Dieser Erzählstrang war jedoch für die Entwicklung des Plots extrem wichtig. Leider schaffte es die Autorin nicht, mir die Angst, Verzweiflung und Ausweglosigkeit der Protagonisten spüren zu lassen. Der Spannungsbogen fiel für mich immer wieder durch die extremen Längen, die das Storytelling aufwies, in sich zusammen. So kam zu keinem Zeitpunkt das Verlangen bei mir auf, der Geschichte zu folgen. Wenn man einen Krimi in über 500 Seiten erzählt, dann muss mehr Zug in die Storyline; denn sonst verliert man sich in den Längen. Zumindest ging es mir so. Ab einem bestimmten Zeitpunkt war es mir egal, was noch passierte. Ich brach das Buch lediglich nicht ab, da es ein Geschenk war. Es tut mir leid, aber Tina N. Martin wird leider nicht mehr auf meine Leseliste wandern. Für mich war dieses Buch eine große Enttäuschung, und ich vergebe die zwei Sterne lediglich für die Grundidee, die ein extrem wichtiges Thema anspricht.Kennt ihr die Reihe?