Inhalt:Ophelia beginnt ihr Studium an der renommierten Sorrowsong University. Doch sie hat ein ganz eigenes Ziel. Sie will den Tod ihrer Eltern rächen, die nicht nur an der Sorrowsong gearbeitet haben, sondern auch hier bei einem Helikopterabsturz ums Leben kamen. Als ein Stalker sie bedroht, beschützt sie ausgerechnet Alex Green, der Sohn des Mannes, den Ophelia für den Mörder ihrer Eltern hält...Meine Meinung:Ich bin ganz gut in die Geschichte gestartet. Die Atmosphäre ist von Beginn an düster, was zum einen am Setting und zum anderen an Ophelia selbst liegt. Die Sorrowsong University liegt recht verborgen mitten im Nirgendwo. Es gibt vier Häuser, die nach tödlichen Giftpflanzen benannt wurden. Hinzu kommen die Studierenden, die die Kinder von skrupellosen, reichen Familien sind. An jeder Ecke lauert damit eine Bedrohung. Allein dadurch ist schon der Handlungsort eigentlich perfekt gewählt als Dark Academia-Setting. Es bietet so viel Potenzial, doch leider wird das hier so gar nicht wirklich ausgenutzt, was sehr schade ist.Ophelia ist alles andere als eine sympathische Protagonistin. Sie als grumpy zu bezeichnen, ist noch geschmeichelt, da sie vor allem zu Beginn im Prinzip gefühlt jeden von sich stößt, der es auch nur wagt, neben ihr zu atmen. Dadurch entstehen zum Teil witzige Dialoge, denn schlagfertig ist sie, das muss man ihr lassen, allerdings fand ich es für Gespräche mit Fremden meistens eher zu übertrieben. Aufgrund ihrer Vorgeschichte konnte ich zwar verstehen, dass Ophelia niemanden an sich ranlässt, dennoch war es meiner Meinung nach zu viel. Andererseits ist sie auch unfassbar naiv, vor allem später in den intensiveren Szenen mit Alex.Mit dem Stalker kommt zu Ophelias Suche nach den Hintergründen und Motiven zum Tod ihrer Eltern eine weitere spannende Nebenhandlung dazu, die folgenschwere Konsequenzen hat. Damit ist zumindest der erste Teil der Geschichte eher durch spannende Momente geprägt, was mir gut gefallen hat. Allerdings lässt das dann schnell nach, sobald die Tension zwischen Ophelia und Alex größer wird und der Spice-Anteil steigt. Der Stalker gerät in den Hintergrund.Die Beziehung zwischen Ophelia und Alex hatte durchaus süße Momente, doch beide stecken in ihren persönlichen mentalen Vorgeschichten fest. Dennoch erfüllen sie auch viele Klischees, die mich sehr gestört haben.Die Auflösung am Ende war mir persönlich dann auch zu einfach. Es war recht vorhersehbar, welche Person hinter dem Stalking steckt. Es hat mich daher nicht überrascht, aber trotzdem hat es mir an Hintergründen gefehlt, da das Motiv nur unzureichend und oberflächlich erläutert wurde. Auch der Schluss war zu erwarten. Dennoch macht der Cliffhanger am Schluss neugierig auf den zweiten Band, denn man bekommt den Eindruck, dass hier noch mehr dahintersteckt.Insgesamt bin ich hin- und hergerissen, wie ich das Buch finden soll. Die Geschichte hat viel Potenzial, doch es wird einfach nicht genutzt. Dazu gibt es jede Menge Logikfehler, die den Lesefluss stören. Weitere Überarbeitungen und ein umfassendes Lektorat hätten der Geschichte sicher gutgetan.