Die elfjährige Meg wird von ihrer Mutter Charlie allein zurückgelassen und Tage später ins Waisenhaus von Oxford, Mississippi gebracht, das von Garnett Pittman geleitet wird. Garnet ist eine bigotte, verbitterte, heuchlerische, herzlose Frau, die Meg mit unerklärbaren Hass verfolgt und dem Mädchen das Leben zur Hölle macht.
Birdie lebt mit Mutter und Oma in einem kleinen Kaff im Mississippi- Delta. Sie ist die einzige, die ein wenig Geld verdient, aber nicht genug, um die Familie auf Dauer vor der drohenden Zwangsversteuerung des Hauses zu bewahren. Birdies Schwester Frances, die reich geheiratet hat und in Oxford wohnt, ist ihre letzte Rettung. Birdie macht sich auf, sie um Geld zu bitten.
Mit Birdies Ankunft in Oxford beginnt eine so berührende und dabei fesselnde und oft auch humorvolle Geschichte, dass ich gar nicht mehr mit Lesen aufhören wollte.
Meine Lieblingsfiguren waren ganz klar Birdie und Meg. Birdie ist eine herzensgute Person ohne großes Selbstbewusstsein. Immer stand sie im Schatten ihrer schönen und umschwärmten Schwester Frances. Frances war eine der Personen, die mich rasend gemacht hat mit ihrer Ignoranz und Überheblichkeit. Birdie versucht alles, um sie vor unliebsamen Wahrheiten zu beschützen. Selbst als Birdie mit ihren unkonventionellen Methoden , Geld für das Überleben aller ihr am Herzen liegenden Personen, riskiert, ins Gefängnis zu kommen, straft Frances sie mit Verachtung. Denn auch bei Frances ist das Geld knapp und der Ruin scheint unausweichlich. Durch die unerwarteten Herausforderung, möglichst schnell und viel Geld zu verdienen, gewinnt Birdie an Selbstbewusstsein.
Meg gehört zu den Menschen, die Birdie retten will. Meg ist trotz der schlimmen seelischen Verletzungen immer noch voller Optimismus, dass man sie einfach lieben muss. Meine Hassfigur war Garnett , an der ich beim besten Willen nichts gutes entdecken konnte.
Eingebettet ist die Handlung in die Wirtschaftskrise in den 30iger Jahren im Süden der USA, die viele Farmer in den Ruin getrieben hat. Die Auswirkungen wurden sehr anschaulich dargestellt und bilden die Erklärung von vielem, was heute zum Glück undenkbar ist. Für mich erschütternd und Anlass für unbändige Wut, war der verächtliche Umgang mit den Frauen, besonders wenn sie arm waren oder nicht reine Weiße. Sie waren Menschen zweiter Klasse und wurden oft als schwachsinnig diffamiert. Auch das wird sehr anschaulich thematisiert.
Bei aller Dramatik und Schrecken endet der Roman zu meiner Freude hoffnungsvoll. Für mich war es ein tolles Leseerlebnis, das mich berührt und aufs beste unterhalten hat.