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Rezensionsexemplar von @netgalley.de
Dieses Buch hat mich überrascht. Das Cover und die Andeutungen von Hexenfamilien, Magie, einem Fluch und der Regency Zeit haben mich neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Dieses Buch sieht nicht nur absolut magisch aus, es ist es auch. Ich habe dieses Buch verschlungen.
Zum Inhalt
Im Jahr 1813 feiern junge Frauen und Männer ihr Debüt in der Gesellschaft mit 17 Jahren. Zeitgleich zu ihrem Debüt erhalten sie ihre Magie. So auch Aurelia Wytcherley. Leider verstirbt in dem Moment, in dem sie ihre Magie erhält ihre Großtante und ein uralter Familienfluch geht zusammen mit der Magie auf Aurelia über. Durch diesen Fluch ist es ihr nicht erlaubt eine Bindung einzugehen. Diese Bindung ist aber notwendig, damit sie ihre Magie behalten kann. Aus der Geschichte weiß sie, dass Hexen und Hexer in früheren Zeitaltern keine Bindung bräuchten, um ihre Magie zu behalten. Ausgerechnet Jules Nightly, Mitglied der Familie, die die Wytcherleys verflucht hat und damit ihr Erzfeind, ist ebenfalls auf der Suche nach einer Lösung. Aurelia erkennt, dass es sinnvoll ist gemeinsam nach der Lösung zu suchen, aber können die Beiden die jahrhundertealten und persönlichen Differenzen überbücken und zusammenarbeiten?
Das Magiesystem sieht vor, dass die Debütanten und Debütantinnen innerhalb von drei Jahren und damit drei Möglichkeiten zur Findung einer Bindung haben. Der erste Band umfasst die Ereignisse von Aurelias erster Saison.
Aurelia träumt seit ihrer Kindheit davon endlich ihre Magie zu erhalten und auf den Bällen nach ihrem magischen Partner oder ihrer magischen Partnerin zu suchen. Für mich war sehr positiv, dass es bei der Suche nach einem Pendant zum einen nicht primär um romantische Beziehungen ging, sondern um die Harmonie der Magie, und zum anderen das die Bindung unabhängig vom Geschlecht gesucht wird, da auch hier immer die Harmonie im Vordergrund steht. Zusätzlich spannend finde ich an dieser Stelle, dass es keine reine Hexengemeinschaft isr, sondern diese neben den Menschen offen in ihrer eigenen Gesellschaft existieren, aber immer im Sinn der menschlichen Krone. Dies war für mich ein unglaublich interessanter Aspekt.
Aurelia erhält leider nicht nur ihre Magie, sondern auch den Fluch der Familie. Mit diesem Fluch wird sie in der Welt der Hexerei zur Aussätzigen, da sie keine Bindung eingehen darf und damit auch verflucht ist ohne Magie leben zu müssen. Der Fluch hat Aurelia nicht nur ihre Chance auf ein Leben als Hexe genommen, sondern auch ihr Leben auf dem Kopf gestellt. Ich finde es sehr beeindruckend, dass Aurelia nicht den Kopf in den Sand steckt oder sich mit ihrem Schicksal arrangiert, sondern aktiv wird und etwas tun möchte. Das steht im Kontrast zu dem was ich mir von der Regency Zeit und dem damaligen Frauenbild erwartet hätte. Dies betrifft aber nicht nur Aurelia, sondern alle weiblichen Charaktere in diesem Buch. Die Charaktere waren in meinen Augen alle wundervoll ausgearbeitet und haben jeder auf ihre Weise zur Geschichte beigetragen und zum Teil auch eine eigene Entwicklung durchlaufen.
Da die Geschichte von Aurelia erzählt wird, wird deutlich wie sie sich mit ihrem Fluch und ihrer Magie fühlt. Es ist eine unglaubliche Entwicklung, die sie während dieser ersten Saison durchmacht.
Da es sich um ein Jugendbuch handelt, entdeckt Aurelia nicht nur ihre Kräfte und ihre Magie, sondern auch die Liebe. Es ist unbedingt hervorzuheben, dass diese erste Liebe zum einen der Regency Zeit angemessen dargestellt wird und absolut nicht von Spice die Rede sein kann.
Im Verlauf der Geschichte lernt Aurelia ihre Nemesis Jules Nightly besser kennen, dessen Vorfahr für den Fluch verantwortlich ist. Jules und Aurelia verfolgen das gemeinsame Ziel einen Weg zu finden auch ohne Bindung die magischen Kräfte zu erhalten. Auch Jules hat hier sehr persönliche Gründe einen Ausweg zu finden. Ich mochte sehr wie sich die Verbindung bzw. Zweckgemeinschaft von Jules und Aurelia entwickelt hat, trotz aller Widerstände. Da jedoch neben dem Fluch, der die beiden Familien in gewisser Weise verbindet, auch der daraus resultierende Hass und die Feindseligkeit anhalten, musste ich zeitweise an Romeo und Julia denken. Was hier besonders positiv ist, dass sich die Handlung an unterschiedlichen Meilensteinen der Ballsaison orientiert und damit genug Zeit für alle Entwicklungen sowohl der Charaktere, als auch zwischenmenschlich ins Land geht.
Grundsätzlich gab es zahlreiche Elemente, die mich an andere Geschichten oder Magiesysteme erinnert haben. Ich hatte jedoch an keiner Stelle das Gefühl dies bereits genauso irgendwo gelesen zu haben, sondern immer nur die Erinnerung daran. Dies hat für mich richtig gut gepasst. Aufgrund des Settings und der Debütantinnen-Saison ist der Gedanke an Bridgerton selbsterklärend, doch musste ich auch an die Legende von König Artus denken, an einigen Stellen an die Geschichten von Sherlock Holmes, manches Mal an die lausige Hexe oder Merida, aber natürlich auch an Harry Potter und die magischen Tierwesen dieser Welt. Dies zeigt in meinen Augen auch, dass es nicht um erste Liebe, das Behalten der Magie oder die Ballsaison geht, sondern die Handlung unglaublich vielschichtig ist. Das hat mir sehr gut gefallen. Es gab jede Menge toller Plottwists und Überraschungsmomente. Ich mochte das Buch nicht aus der Hand legen. Dazu beigetragen hat auch der wunderschöne Schreibstil von Annaliese Avery sowie die richtig gut gelungene deutsche Übersetzung.
Ich kann Band zwei kaum erwarten.
Für mich ist dieses Buch eine absolute Empfehlung für jeden, der ...
... Lust auf Hexen in der Regency Zeit hat,
... ein spannendes Magiesystem in Kombination mit einer Ballsaison Kennenlernen möchte,
... sehen möchte wie ein Mädchen aus sich und ihrem Fluch das Beste herausholt und sich nicht unterkriegen lässt,
... Lust auf Vibes von Sherlock Holmes, King Arthur, Romeo und Julia und Merida hat und ...
... keinen Spice, aber tolle Fantasy lesen möchte.
Fazit 5 / 5
Humor 1 / 5
Spannung 3 / 5
Gefühl 3 / 5
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