Ich kenne schon einige Bücher der Autorin, die mir gut gefallen haben, daher habe ich mich schon auf ihr erstes Young Adult Buch von ihr gefreut. Das Cover hat mich direkt angesprochen, es sprüht über vor sommerlichen Gefühlen und zeigt ein ansprechendes Setting, was die Vorfreude in mir weiter wecken konnte. Das Cover zeigt auch die Protagonisten der Geschichte, Neyla und Adam. Neyla fährt mit ihrem Vater in den Urlaub, dieses Jahr geht es nach Marokko, um die Sommerferien bei der Familie ihrer Mama zu verbringen. Diese ist vor einigen Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen und seitdem war Neyla auch nicht mehr dort. Auch wenn ihre Familie sie herzlich aufnimmt, fühlt sich Neyla fremd und verloren, bis sie Adam wiedertrifft, einen Freund von damals. Nach der langen Zeit hat sie ihn fast vergessen und nun lernen sich die beiden wieder neu kennen. Doch Neyla muss nach dem Sommer wieder zurück nach Deutschland, was passiert dann?
Das Buch hat mich begeistern können. Zum einen fand ich das Setting super interessant, man lernt das Land, seine Bewohnenende, die Kultur und die Traditionen kennen. Die Autorin beschreibt alles sehr ausführlich und detailliert, die Schauplätze werden vor dem inneren Auge lebendig. Das weckt gleich das Fernweh in einem. Neyla als Protagonistin fand ich sehr sympathisch, eigentlich mag ich es, wenn (Liebes-)Geschichten aus mehreren Perspektiven erzählt werden, doch hier fand ich das passend und gar nicht so schlimm, dass wir nur aus Neylas Sicht lesen. Dadurch konnte man sie gut greifen, sie und ihr Denken nachvollziehen und ihre Entwicklung genau verfolgen. Gerade ihre inneren Konflikte, einerseits den Tod ihrer Mutter, andererseits die Zerrissenheit zwischen den zwei Kulturen, das Sich-Nicht-Zugehörig fühlen werden sehr authentisch dargestellt, was mir sehr gut gefallen hat. Über die Geschichte hinweg setzt sie sich mit den Themen auseinander, wächst daran und entwickelt sich in ihrer Persönlichkeit weiter, was sehr interessant zu beobachten war. Dadurch rückte die Liebesgeschichte mit Adam eher in den Hintergrund, was ich aber gar nicht schlimm fand, denn man konnte die Entwicklung der Bezeihugn zwischen den beiden trotzdem nachvollziehen und war emotionale involviert.
Alles in allem hat mich das Buch also komplett abholen können, gerade für jüngere Lesende kann es auch einen wichtigen Beitrag leisten und sie über gesellschaftliche Vorurteilsbildung aufklären sowie zeigen, dass jede Kultur anders und für sich besonders ist, dass es spannend sein kann, diese Kulturen zu entdecken und den Blick nicht durch Vorurteile prägen zu lassen. Diese wichtigen Themen werden hier mit einem sommerlichen Setting verknüpft, was der Geschichte eine gewisse Leichtigkeit gibt und durch den angenehmen, locker leichten Schreibstil der Autorin liest sich das Buch flüssig.
Insgesamt kann ich das Buch also auf jeden Fall weiterempfehlen, gerade auch für Jüngere könnte Neylas Geschichte spannend sein, doch auch älteren Lesenden kann das Buch helfen, ihre Denkweisen zu überdenken und offener mit anderen Menschen und anderen Kulturen umzugehen. Es ist also nicht nur eine super Geschichte für den Sommer, sondern auch ein Buch, das wichtige Themen einbaut und uns zum Nachdenken und Reflektieren einlädt.