Erneut war ich so gespannt, wie es nach dem tollen ersten Band weitergeht. Und auch wenn ich "Summoned to the Wild" wieder sehr geliebt habe, war es für mich leider doch ein wenig wie ein typischer Zwischenband, der die Geschichte stellenweise etwas in die Länge zieht.Dennoch war alles wieder mit unglaublich viel Humor und Witz erzählt. Es wurde spannend, intim, magisch und bot so viel Abwechslung von der Norm, dass ich die meiste Zeit nur so durch die Seiten geflogen bin. Genau das liebe ich an dieser Reihe. Fantasy darf für mich gerne episch sein, aber wenn sie dann noch mit Sarkasmus, Situationskomik und Figuren daherkommt, die sich ständig gegenseitig in den Wahnsinn treiben, dann bin ich sowieso mittrin und voll dabei.Vor allem war es schön zu sehen, wie der böse Damien, der eigentlich seinen (nicht so) bösen Dämonenvater befreien möchte und dafür alles tun würde, mit jeder neuen Herausforderung immer "lieber" geworden ist. Eigentlich kann man ihn mittlerweile gar nicht mehr als böse bezeichnen. Das einzig wirklich Böse, das er in diesem Buch getan hat, war für mich, als er Amma die Erinnerung an ihren gemeinsamen Kuss genommen hat. Weil er dachte, sie hätte ihn nur geküsst, weil sie beschwipst war und es gar nicht ernst gemeint hätte. Und ganz ehrlich? Auch wenn seine Motive vielleicht irgendwo nachvollziehbar waren, fand ich diese Aktion einfach nur gemein. Wirklich. Da war ich richtig sauer auf ihn, denn das war eine Arschlochaktion (sorry, not sorry)Ansonsten war Damien aber wieder eher ein Nice Guy im Kostüm eines Halbdämons. Ein ziemlich heißer noch dazu.Und Amma ist längst nicht mehr die unschuldige Menschenfrau vom Anfang. Sie gerät immer mehr auf Abwege, die ihr erstaunlich gut tun, und entwickelt sich genauso weiter wie Damien. Sogar Magie beginnt sie zu erlernen und entdeckt Kräfte in sich, die schon lange geschlummert haben.Mit ihrem Verstand, ihrem offenen Wesen und ihrem liebenswerten Charakter nimmt sie sowieso jeden für sich ein. Nicht nur Dämonen, Vampire und Hexen, sondern praktisch alle, die ihr begegnen. Sogar die gefährlichen, unsterblichen Faes. Sogar als es brenzlich wurde, kam kein Held, der sie gerettet hat, sondern das hat sie selbst erledigt. Blutig und endgütlig. Dafür habe ich sie gefeiert! Und obwohl die beiden von völlig unterschiedlichen Seiten gestartet sind, passen sie einfach perfekt zusammen. So perfekt, dass es schon weh tut. Deshalb war es stellenweise beinahe schmerzhaft, dass sie ständig bei einem Kuss oder einem innigen Moment unterbrochen wurden. Immer passierte irgendetwas Neues, Unerwartetes oder Gefährliches, wenn man gerade dachte, jetzt bekommen die beiden endlich etwas Zeit für sich. Aber nein, nicht hier, die Autorin lässt die beiden vor Sehnsucht weiter leiden, genauso wie uns als Leser.Trotz all des Lobes bleibt aber mein größter Kritikpunkt bestehen. Es fühlte sich leider wie oben erwähnt wie ein typischer Zwischenband an. Amma und Damien sind gefühlt von einer Begegnung oder Aufgabe zur nächsten geschlittert. Sicher, vieles davon war interessant und gerade die Ereignisse rund um die Vampire habe ich sehr gerne gelesen. Aber rückblickend hatte ich bei mehreren Stationen das Gefühl, dass sie die eigentliche Haupthandlung nicht wirklich vorangebracht haben.Dadurch wirkte manches wie ein längerer Umweg, bevor wir endlich beim eigentlichen Ziel ankommen, nur damit alles länger dauert und es eine Trilogie rechtfertigt.Aber das war tatsächlich auch schon mein einziger größerer Kritikpunkt. Ansonsten hatte ich mit dem Humor, den Figuren und dieser wunderbaren Welt wieder unglaublich viel Spaß und wurde bestens unterhalten. Und nach diesem Ende kann ich es kaum erwarten zu erfahren, wie das Ganze ausgeht. Ich brauche Band 3. Sofort!