Poirot langweilt sich, wiedereinmal und als unangemeldet eine junge Frau in seiner Wohnung auftaucht, bringt das, wenigstens kurzzeitig etwas Abwechslung. Die junge Dame benimmt sich recht merkwürdig, ist zerstreut, fahrig, verängstigt und mit der Aussage zu einem Mord, den sie möglicherweise begangen hat weckt sie natürlich Poirot¿s Neugier. Weitere Informationen bekommt Poirot allerdings nicht, denn die junge Dame verschwindet wieder und das, ohne auch nur ihren Namen genannt zu haben. Keine guten Voraussetzungen.In ihrem 57. Kriminalroman lässt Agatha Christie ihren berühmten Ermittler Hercule Poirot ermitteln und da der Fall sich ziemlich merkwürdig darstellt, bekommt er Hilfe von seiner guten Bekannten Ariadne Oliver, ihres Zeichens Autorin von Kriminalromanen, in deren Figur sich A. C. eindeutig selbst verewigt hat. Die quirlige, manchmal ziemlich anstrengende Ariadne dient hier wieder als gut unterrichtete Informationsquelle und bringt mit ihren Alleingängen den ein, oder anderen Hinweis ans Licht. In den meisten Romanen ist mir ihre Figur schnell zu viel, hier allerdings hat sie sich erstaunlich gut eingefügt. Wie in den meisten Büchern der Autorin wird man auch hier von Beginn an mit vielen Figuren bekannt gemacht. In diesem Fall die bereits erwähnte junge Dame, deren Familie, ihr Freund und später auch ihre Mitbewohner. Wieder sind es teilweise etwas skurile Figuren und zu jeder gibt es Informationen, von denen man nie weiß, ob sie in irgendeiner Form für die Geschichte und den Kriminalfall wichtig sind. A.C. versteht es wieder meisterhaft falsche Spuren zu legen und vollkommen banale Dinge so präsent in den Fokus zu rücken, dass man beim Lesen fest davon überzeugt ist, dass das etwas bedeuten muss, nur um ein paar Seiten später zu merken, dass es das eben doch nicht tut. Mitkriminalisieren ist unter diesen verworrenen Umständen fast unmöglich und nimmt so ein ganz klein wenig den Spaß am Buch. Die Auflösung kommt natürlich wieder ganz in A.C. typischer Manier, wenn Poirot seine Abschlussrede hält fügt sich plötzlich alles zusammen, man sieht Poirot fast bildlich vor sich, wie er irritiert den Kopf darüber schüttelt, dass man nicht selber drauf gekommen ist. Für mich ist dieser Fall leider wieder einer ihrer schwächeren. Die so offensichtliche Lösung ist nur bedingt plausibel, die falschen Spuren zwischenzeitlich einfach eine zu viel und die verschiedenen Richtungen in die die Ermittlungen laufen verwirren den Leser. Natürlich gibt es ein paar Details, auf die man kommt, teilweise sogar früher als Poirot und Ariadne selber, aber um den Fall aufzudröseln reicht das leider nicht aus.