Scooby-Doo trifft Scream. Spannend, atmosphärisch und mit einem gesellschaftskritischen Kern, den man nicht erwartet
Das Cover:Das Cover hat diese klassische Slasher-Ästhetik und passt zu Band eins, es ist dunkel, atmosphärisch und mit einem Hauch Halloween-Creepiness, der sofort Lust auf eine gruselige Leseeinheit macht. Zum Inhalt passt es perfekt.Meine Meinung:Dies ist Band zwei und nicht wirklich unabhängig lesbar, da viel Bezug zu Band eins genommen wurde, nicht nur von der Stadt, sondern auch bei den Charakteren. Als Fan von Horrorfilmen war ich nach Let's Split Up neugierig, was in Band 2 passiert und Be Right Back liefert genau das, was man von einem guten Slasher-Sequel erwartet. Kein Sequel-Fluch, aber auch keine großen Überraschungen, zumindest nicht für jemanden der das Genre kennt.Ein Jahr nach den Ereignissen, die die Sanera Four zu lokalen Legenden gemacht haben, kehren Cam, Jonesy, Buffy und Amber für das Halloween-Festival in ihre Heimatstadt zurück. Sanera hat sich inzwischen zum True-Crime-Touristenziel entwickelt, ein Gedanke, der für sich schon unheimlich ist. Dass der Carrington Ghoul wieder auftaucht und eine neue Mordserie die lokalen Legenden als Vorlage nutzt, macht schnell klar: Die Vergangenheit lässt die Gruppe nicht los. Und dieser Aspekt des Buches ist wirklich klug: die Frage, wie Gesellschaft Tragödien ausschlachtet, zieht sich als roter Faden durchs Buch und gibt ihm mehr Tiefe als man zunächst erwartet.Cam, Jonesy, Buffy und Amber sind noch immer das Herzstück der Geschichte, und Wood schreibt die Dynamik einer Gruppe, die sich nach einer gemeinsamen Traumaerfahrung wieder zusammenfindet, wirklich gut. Cam, Jonesy, Buffy und Amber sind noch immer das Herzstück der Geschichte und die Dynamik einer Gruppe, die sich nach einer gemeinsamen Traumaerfahrung wieder zusammenfindet, entwickelt sich hier wirklich gut.Cam ist derjenige, der am schwersten loslassen kann, als einziger noch in Sanera geblieben, hängt er zwischen Vergangenheit und dem Versuch, sich neu zu definieren. Jonesy bringt die gewohnte Energie mit, aber College und Ruhm haben auch ihn verändert, auf eine Weise die er selbst noch nicht ganz begreift. Buffy ist härter geworden, zielgerichteter und trägt ihren Schmerz auf eine Art, die man ihr von der ersten Seite an ansieht. Amber wiederum versucht am entschlossensten, nach vorne zu schauen, was sie paradoxerweise zur Verletzlichsten der Gruppe macht. Die Spannung liegt nicht nur zwischen ihnen und dem Killer, sondern auch zwischen ihnen selbst, das Wiedersehen ist herzlich und gleichzeitig schwierig, und genau das fühlt sich echt an.Als Horrorfilm-Fan war mir die Täteridentität allerdings deutlich früher klar als es wohl beabsichtigt war, die Hinweise folgen vertrauten Mustern und wer das Genre kennt, wird selten wirklich überrascht. Spannend war es trotzdem, weil das Buch ein gutes Tempo hält und die Atmosphäre rund um das Festival wirklich gelungen ist.Was das Buch wirklich besonders macht, ist dieser Kommentar über True Crime und die Vermarktung von Leid, das ist für ein YA-Horrorbuch ungewöhnlich mutig und durchdacht. Wer hätte gedacht, dass Scooby-Doo-meets-Scream auch gesellschaftskritisch sein kann?Weniger gelungen sind die ein oder zwei Momente, wo die Logik etwas wackelt. Es gibt Ereignisse im Hintergrund, die so gravierend sind, dass man sich als Leserin unweigerlich fragt warum niemand die Konsequenzen zieht, die eigentlich zwingend wären. Ohne zu spoilern: Manche Handlungen bleiben folgenlos auf eine Art, die die Glaubwürdigkeit kurz untergräbt.Mein Fazit:Ein solides, atmosphärisches Sequel, das die Gruppe zurückbringt, das Tempo hält und mit seinem gesellschaftskritischen Unterton positiv überrascht. Für Horrorfilm-Fans ist der Whodunit etwas vorhersehbar, aber die Atmosphäre und die Charakterdynamik machen das wett.