AufWanna Be My Lovervon Ayla Dade hatte ich mich sehr gefreut und das Buch sogar vorbestellt, weil mich ihre Winter Dreams-Reihe damals komplett begeistern konnte. Umso enttäuschter war ich, dass mich dieser Auftakt leider nicht wirklich überzeugen konnte.Dabei beginnt die Geschichte eigentlich vielversprechend. Es war spannend, Maddox dabei zu begleiten, wie er nach seinem Neuanfang versucht, sich in einer fremden Stadt zurechtzufinden. Dort begegnet er Ophelia, die selbst schwer an ihrer Vergangenheit und ihren inneren Dämonen zu knabbern hat. Beide Protagonisten mochte ich sehr und ihre Annäherung habe ich mit Herzklopfen verfolgt. Gerade die emotionalen Momente zwischen den beiden gehören für mich zu den stärksten Szenen des Buches.Was für mich allerdings überhaupt nicht funktioniert hat, war der Rahmen der Geschichte. Das Buch wurde als sommerliche Romance angekündigt, doch von einem leichten, unbeschwerten Sommergefühl war kaum etwas zu spüren. Ein kurzer Ausflug an den Strand reicht für mich nicht aus, um diese Atmosphäre entstehen zu lassen. Stattdessen bestimmen schwere Themen, Traumabewältigung und emotionale Belastungen fast die gesamte Handlung. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes, passte für mich aber überhaupt nicht zu den Erwartungen, die durch die Bewerbung des Buches geweckt wurden.Erschwerend kam hinzu, dass zu Beginn eine Vielzahl an Figuren eingeführt wird. Ich hatte häufig das Gefühl, dass hier bereits möglichst viele Charaktere für kommende Bände etabliert werden sollten. Dadurch gerieten Maddox und Ophelia zeitweise in den Hintergrund, obwohl ihre Geschichte eigentlich das Herzstück des Romans sein sollte. Auch die Dynamik der Freundesgruppe konnte mich nicht überzeugen. Viele Dialoge wirkten auf mich unnötig vulgär oder sehr kindisch, sodass ich einige Gespräche irgendwann nur noch überflogen habe.Auch kleinere Ungereimtheiten haben mich immer wieder aus der Geschichte gerissen. Maddox' Schwester Reese wird anfangs beispielsweise wie ein kleines Mädchen mit Zahnlücke beschrieben. Später stellt sich jedoch heraus, dass sie bereits zwölf Jahre alt ist und ihre erste Party besucht. Solche Widersprüche haben für mich einfach nicht zusammengepasst.Die vielen Anspielungen auf die 90er-Jahre hätten eigentlich für einen tollen Nostalgie-Faktor sorgen können. Stattdessen hatte ich oft das Gefühl, dass sie mit der Brechstange eingebaut wurden. Auf nahezu jeder Seite werden Kleidung, Musik oder Trends erwähnt. Ich selbst bin in den 90ern aufgewachsen und musste über manche Referenz durchaus schmunzeln. Insgesamt war es mir jedoch deutlich zu viel. Die Mischung aus der teilweise sehr vulgären Sprache einerseits und nostalgischen Elementen wie dem Furby andererseits wirkte auf mich eher widersprüchlich als stimmig.Schade, denn die Geschichte von Maddox und Ophelia hatte für mich großes Potenzial. Mit weniger Nebenfiguren, einer klareren Ausrichtung und einer authentischeren Sommeratmosphäre hätte mich das Buch vermutlich deutlich mehr begeistern können. So bleibt für mich leider eine Geschichte mit sympathischen Hauptfiguren, die unter einem überladenen Gesamtbild leidet.