Stellenweise sehr ausschweifend, was den Schwung der GEschichte unterbricht, dennoch lesenswert, weil die Geschichte berührt.
Demon Copperhead kommt unter dramatischen Umständen in einem Trailer in Lee County zur Welt. Seine sehr junge Mutter befindet sich gerade auf Drogenentzug, sein Vater ist bereits vor seiner Geburt gestorben. Zehn Jahre lang sind Mutter und Sohn ein eingeschworenes Team. Doch dann gewinnen die Drogen die Oberhand, und Demon bleibt allein zurück. Der Junge kämpft sich durch, findet Freunde und schließlich auch wieder eine Art Zuhause. Er wird zum Star der Footballmannschaft, bis er eine schwere Knieverletzung erleidet. Die Schmerzmittel, die er über längere Zeit einnehmen muss, machen ihn abhängig. Plötzlich steht seine Zukunft erneut auf dem Spiel. Demons einzige Chance auf ein drogenfreies Leben besteht darin, Lee County, sein vertrautes Umfeld und seine Freunde zu verlassen. Keine leichte Entscheidung für ihn.Die Geschichte von Demon Copperhead ist an Charles Dickens' Roman David Copperfield angelehnt. Wie Dickens' Held ist Demon ein Waisenjunge, der vom Jugendamt an verschiedene Pflegefamilien vermittelt wird. Doch die Pflegeeltern sind vor allem an dem Geld interessiert, das sie für ein Pflegekind bekommen. Demon selbst kommt davon kaum etwas zugute; stattdessen muss er schon während seiner Schulzeit arbeiten. Hunger ist lange sein ständiger Begleiter.So schlimm die Umstände auch sind, Demon schließt Freundschaften und begegnet Menschen, die ihm helfen. Und genau darum geht es in diesem Roman: nicht aufzugeben und trotz aller Widrigkeiten immer wieder das Positive zu sehen.Ich habe den Roman gelesen, weil ich Charles Dickens' David Copperfield sehr mag. Demons Geschichte hat mich berührt. Die Figuren sind durchweg sehr authentisch gezeichnet, allen voran Demon, der sich trotz allem, was ihm widerfährt, seinen Optimismus und seine Zuversicht bewahrt.Der Roman umfasst fast 800 Seiten. Meiner Meinung nach hätten einige Abschnitte deutlich kürzer ausfallen können. Manche Passagen habe ich nur überflogen, weil sie mir zu lang und ausschweifend waren. Dadurch verlor die Erzählung für mich immer wieder an Schwung. Manchmal musste ich mich regelrecht aufraffen, um weiterzulesen.Auch wenn der Roman für mich einige Schwächen hat, ist Demons Geschichte lesenswert. Sie ist bewegend, eindringlich und zeigt auf berührende Weise, wie wichtig Freundschaft, Hoffnung und die Fähigkeit sind, trotz widriger Lebensumstände nicht aufzugeben.