Ein unterschätztes Young-Adult-Buch
"Die Momente, die zählen, kann man nicht planen. Die Schönsten sind die, die unverhofft kommen."Very First Time hat mich vor allem durch den Klappentext neugierig gemacht, denn über dieses Buch hört man wirklich kaum etwas. Umso schöner war es, selbst eine Chance zu geben - und ich finde, es hat definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient.Inhaltlich hat mich das Buch ein wenig an V is for Virgin von Kelly Oram erinnert. Im Mittelpunkt steht Keely, deren Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt wird. Ich liebe diese Erzählweise, weil man ihre Gedanken und Gefühle besonders gut nachvollziehen kann. Dazu kommt das klassische Highschool-Setting, von dem ich sowieso nie genug bekommen kann.Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch wichtige Coming-of-Age-Themen aufgreift, über die viel öfter gesprochen werden sollte. Es beschäftigt sich mit dem Erwachsenwerden, Unsicherheiten und gesellschaftlichen Erwartungen und vermittelt dabei eine schöne Botschaft, ohne belehrend zu wirken. Deshalb würde ich das Buch besonders Jugendlichen empfehlen.Ein echtes Highlight war für mich Andrew. Anfangs hatte ich - genau wie Keely - gewisse Vorurteile ihm gegenüber. Doch je besser man ihn kennenlernt, desto mehr merkt man, dass der erste Eindruck eben nicht immer stimmt. Genau das zeigt das Buch auf eine sehr authentische Weise. Noch mehr begeistert hat mich allerdings die Freundschaft zwischen Keely und Andrew. Die beiden sind füreinander da, unterstützen sich gegenseitig und zeigen, wie eine gesunde Freundschaft aussehen kann."Sehe ich gut aus?""Du siehst immer gut aus""Echt? ""Komm schon, Collins. Du bist wunderschön."Auch die Gestaltung des Buches hat mir gefallen. Besonders die Innenklappen, auf denen die Charaktere vorgestellt werden, fand ich liebevoll gemacht.Insgesamt ist Very First Time eine leichte, unterhaltsame Geschichte, die sich schnell lesen lässt und perfekt für zwischendurch ist. Gleichzeitig regt sie aber auch zum Nachdenken an und behandelt wichtige Themen rund ums Erwachsenwerden. Kein Buch, bei dem man ständig mitfiebern muss, aber definitiv eines, das im Gedächtnis bleibt.Fazit: Ein schönes Young-Adult-Buch mit einer wichtigen Botschaft, sympathischen Figuren und einer tollen Freundschaft. Für mich gibt es 4 von 5 Sternen und eine Empfehlung - vor allem für Jugendliche und alle, die gerne Coming-of-Age-Geschichten lesen.