Die Glocken von Vineta

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Ein opulenter historischer Roman über das legendäre Vineta - das Atlantis der Ostsee.
Vineta im 12. Jahrhundert. In der florierenden Stadt wachsen die Zwillinge Warti und Bole als Söhne eines vermögenden Bernsteinhändlers auf. Doch während Warti als d … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Die Glocken von Vineta
Autor/en: Charlotte Lyne

EAN: 9783943824193
Format:  EPUB ohne DRM
hockebooks GmbH

29. Oktober 2014 - epub eBook - 535 Seiten

Beschreibung

Ein opulenter historischer Roman über das legendäre Vineta - das Atlantis der Ostsee.
Vineta im 12. Jahrhundert. In der florierenden Stadt wachsen die Zwillinge Warti und Bole als Söhne eines vermögenden Bernsteinhändlers auf. Doch während Warti als der Ältere der beiden ein reiches Erbe antritt, muss sich sein jüngerer Bruder Bole als Fischhändler über Wasser halten. Die Rivalität zwischen den beiden eskaliert, als sie sich in dieselbe Frau verlieben. Verzweifelt schlägt Bole sich auf die Seite der verfeindeten Dänen - der Hass zwischen den Brüdern wird zum Kampf um Leben um Tod für ganz Vineta.

Portrait

Charlotte Lyne wurde 1965 in Berlin geboren, studierte Germanistik, Latein und Italienische Literatur in Neapel und Berlin sowie Anglistik in Berlin und London. Als Übersetzerin, Lektorin und Autorin lebt sie mit ihrem britischen Mann und ihren drei Kindern in London. Sie hat unter ihrem Namen und Pseudonymen zahlreiche Bücher unter anderem bei Droemer Knaur und Lübbe veröffentlicht, ihr Roman »Als wir unsterblich waren« stand wochenlang auf der Bestseller-Liste.

Leseprobe

Für Maren

Dem Andenken der Verlorenen
des 26. Dezember 2004

Dû bist mîn, ich bin dîn
des solt dû gewis sîn
dû bist beslozzen
in mînem herzen,
verlorn ist daz slüzzelîn:
dû muost ouch immer darinne sîn.

(Tegernseer Handschrift aus dem 12. Jahrhundert)

Prolog


November 1125

Mit der Dämmerung war es kalt geworden. Die Regenpfützen in den Mulden des blank geschorenen Feldes erstarrten rasch zu Eis. Natalia rannte. Ihre Sohlen trommelten wie Dreschflegel auf die froststarre Erde. Die Arme hielt sie, statt sie im Lauftakt zu schwingen, um den Leib geschlungen. Umarmst du dich selbst?, hätte die Mutter sie mit einem Lachen gefragt. Vor Anstrengung brauste Natalia das Blut in den Ohren, übertönte den pfeifenden Wind.

Aus dem Wald herausgerodet lag das Fleckchen Land, das ihr Vater seinen kargen Acker nannte. Von den paar Scheffeln Roggen krieg ich weder Mensch noch Viehzeug satt, pflegte er zu wettern, ehe er mit den Brüdern aufbrach, um seine Fallen zu leeren, oder im Sumpfland Torf zu stechen. Den Schwestern trug er auf, in den Astlöchern der Zeideler nach Resten von Bienenwachs zu stochern, und an diesem Tag hatte er auch sie, Natalia, mit fünf Jahren seine Jüngste, zu einer Aufgabe ausgeschickt.

Im Dickicht des Waldes sollte sie nach Bucheckern suchen, um das Schwein im Verschlag damit zu füttern. Natalia hatte gehofft, dabei ein paar Hände voll süßer Beeren aufzuspüren, doch es war zu spät im Jahr, die Sträucher im Unterholz längst kahl. Als das letzte Licht verblich, waren ihre Finger von der Kälte so steif, als müssten sie beim Krümmen splittern wie die morschen Zweige.

Natalia lief schneller, wenn auch die Eisluft ihr schmerzhaft in die Lungen schnitt. Schon kam die Hütte in Sicht. Kein Rauch stieg auf, denn das Feuerholz war knapp. Drinnen aber würde der Atem vieler Menschen Wärme verbreiten, auf dem Tisch stünde die noch kaum erkaltete Suppe, und der Oheim Lu
ka, den der Vater einen Nichtsnutz schimpfte, würde mit seinem kehligen Lachen Not und Sorgen zur Tür hinaus scheuchen.

Natalia hörte ihre Eltern oft von Sorgen reden. Solche Gespräche gehörten zu ihrem Leben wie die Hühner, die in der Morgenkälte gefüttert werden mussten, wie die Wanzenbisse in den Nächten, die Knüffe der Brüder und der Spott der Schwestern, aber in diesem Herbst hatte sich etwas verändert, war bedrohlicher, schwerer geworden. Die Stimme des Vaters schien bei jedem Wort hinterherzuschleifen, als sei er schon ein Greis und könne seine Last nicht länger tragen. Der Oheim Luka, Mutters Bruder, versuchte, das Dunkle mit einer Handbewegung wegzustreifen. Wir habens immer geschafft, warum solls diesmal anders sein?

Weil uns die Ernte ersoffen ist, Nichtsnutz. Aus leeren Händen gibt sich schlecht noch was ab.

Ach, das wird schon. Mokosch, die goldrote Mutter Erde, hilft dem Tüchtigen.

Der Oheim lachte, und der Vater schlug mit einem Strick nach ihm. Dann hilft sie dir gewiss als Letztem, und meine schuldlosen Kinder müssen für deine Faulheit mit dran glauben.

Ein andermal hörte Natalia den Oheim davon munkeln, dass der Fürst in Kiew, der große Wladimir Monomach, gestorben sei. In der Stadt wirds Aufhebens geben.

In der Stadt gibts immer Aufhebens, knurrte der Vater zurück. Aber für uns Bauern ist das einerlei. Dieser oder jener auf dem Thron in Kiew, über unseren Köpfen tanzt die Knute des Bojaren.

Der Bojar, das wusste Natalia, wohnte hinter dem Wald, hinter dem Ende ihrer Welt, in der großen Stadt Nowgorod. Ihre Familie war ihm leibeigen. Was das bedeutete, begriff sie nicht, nur, dass der Name des Bojaren Unheil beschwor, Erschrecken, tief bedrücktes Schweigen. Zweimal schon waren Männer in dunkelbraunen Röcken erschienen, die den Vater beschimpft, ihn an den Schultern gerüttelt und schließlich die Ziege am Strick gepackt und mit sich fortgezerrt hatten. Die Mutter hatte sich in den Winkel auf den Boden
gehockt und heiser geweint. Wer sind die?, hatte Natalia ihre älteste Schwester Nona gefragt.

Die Eintreiber. Die holen sich, was dem Bojaren gehört.

Warum dem Bojaren die Ziege gehörte, die in ihrer Hütte hauste und deren Milch die Mutter allmorgendlich in den Kessel überm Feuer schöpfte, sodass der köstliche Duft den Raum erfüllte, verstand Natalia nicht. Im Frühjahr findet sich eine neue Gehörnte, tröstete der Oheim, trank einen Becher Schlehenwein und klatschte in die Hände. Sing ein Lied, Schwesterlein, ein bisschen Frohsinn kostet nichts.

Auf einmal konnte sie es nicht mehr erwarten, das Haus zu erreichen, die vertrauten Stimmen zu hören und ihre Familie um den Tisch versammelt zu sehen. Der Oheim würde ihr Fratzen schneiden und die Mutter, die den jüngsten Bruder in einem Tuch vor der Brust trug, würde Suppe aufdecken und Brot austeilen. Aus dem Krug mit der abgeplatzten Tülle würde der Vater erst sich und dann dem Oheim einschenken, seinen Becher leeren und die letzten Tropfen auf den Boden schütten. Mokosch, Göttin der fruchtbaren Erde, nimm unser Opfer an und hilf uns aus der Not. Natalia schlang die Arme fester um den Leib. Die letzten Schritte. Um ein Haar stolperte sie. Im schwachen Lichtschein sah sie die Tür in den Angeln baumeln. Polternd stürzte etwas um. Dann ertönte ein Schrei: Natalia. Geh!

Doch Natalia konnte sich nicht rühren. Hinter dem Türstock verborgen sah sie die Mutter, die mit dem Rücken zur Wand stand und den Säugling, den sie Stani Sternenauge nannte, an sich presste. Sie waren wieder da. Die Männer in den dunklen Röcken. Bestimmt ein Dutzend von ihnen. Zwei stießen den Vater zu Boden, ein anderer packte den Oheim beim Arm und schleuderte ihn gegen den Tisch. Die Kerze stürzte um. Gleich darauf stand der Tisch in Flammen. Im flackernden Licht sah Natalia Blut leuchten, das die schief getretenen Dielen rot färbte. In der Blutlache lag ihr Bruder Mitja, der Streithammel, der ihr beim Essen immer das Brot wegsc
hnappte und sie rotes Rättchen rief. Jetzt war sein Kopf nach hinten verdreht, sein Haar blutverschmiert. Einer der Männer kippte den Kübel mit der Notdurft in die Flammen. Mit drohendem Zischen bäumte das Feuer sich ein letztes Mal auf und erstarb. Im Nu war es dunkel in der Stube. Nur eine bläulich erstickende Lohe züngelte noch über den Tisch.

Los jetzt. Von dannen mit dem Pack.

Die berockten Männer, die damit beschäftigt gewesen waren, alles Herumstehende, den Kessel, die paar Becher und Näpfe, in Säcke zu raffen, ließen ihre Beute fallen und schnappten sich stattdessen Menschen. Rissen den Vater und den Oheim Luka vom Boden, zerrten die Schwestern hinter der Kleidertruhe vor und schleiften einen nach dem andern zur Tür. Bruder Mitja ließen sie liegen, stiegen über ihn hinweg. Im letzten Moment sprang Natalia zur Seite. Raschen Schrittes schleppten die Männer Vater, Oheim, Brüder und Schwestern an ihr vorbei und verschwanden in der Nacht. Natalia drängte sich zitternd an die Wand der Hütte. Niemand bemerkte sie.

Natalia drückte ihre Schulter ans Holz und kniff die Augen zu. Lichtpunkte tanzten ihr durch den Schädel. Und jetzt zu dir, hörte sie von drinnen eine Männerstimme. Los, das Balg her. Wieder polterte es, und dann schrie die Mutter. Das Geräusch fuhr Natalia wie eine Nadelspitze durch den Leib. Nie zuvor hatte sie ein Wesen, weder Mensch noch Tier, so schreien hören.

Ein Windstoß blähte ihr die Kleider. Die Schreie gingen in ein abgehacktes Fiepen über, wie die sinnlosen Laute einer Maus, ehe die Katze ihr den Garaus machte. Dann verstummten sie ganz. Natalia fiel auf die Knie. Auf allen vieren kroch sie, wie von fremder Hand gezogen, zurück zur Tür und spähte in den Raum. Düster war es. Nur die bläulich ersterbende Flamme spendete ein wenig Licht. Bruder Mitja lag, wie er gelegen hatte. Daneben entdeckte Natalia ein Bündel und erkannte das Tuch, in dem die Mutter sonst den kleinen Stani vor der Brust trug. Das Bündel
lag unbewegt, gab keinen Laut von sich. An der hinteren Wand, bei der Fensterluke, lehnten zwei der Männer, die unhörbar miteinander tuschelten.

Das einzige Geräusch, das Natalia ins Ohr drang, war ein rasches Keuchen. Ihr Blick flog durch den Raum. Dann sah sie den dunklen Umriss bei der Kleidertruhe. Zwei Gestalten am Boden, eine über die andere geworfen, die obere zuckte wie von Krämpfen geschüttelt auf und ab. Das helle Haar der Mutter lag über die Dielen gebreitet. Im Zwielicht hoben sich die Hinterbacken des Mannes leuchtend weiß. Er atmete schneller, schnaufte, schrie heiser auf und sackte wie erschlagen nieder. Natalia schrie auch. Zumindest glaubte sie zu schreien, aber hörte keinen Ton. Mit einem Schlag war es still. Eisklar und fast lautlos floss der Atem der Nacht. Natalia krümmte sich zusammen und vergrub den Kopf in ihren Armen. Unter den bloßen Knien spürte sie gefrorene Erde. Wie viel Zeit vergangen war, hätte sie nicht zu sagen vermocht.

Zu sich kam sie, weil sich ihr etwas in die Schulter bohrte. He, was für ein Krötenschnäuzchen haben wir denn da?

Sie hob den Kopf. Harsches Fackellicht blendete sie. Über ihr standen drei der berockten Männer, von denen der größte sie mit seinem Stock stach. Ein zweiter, der auf dem kahlen Kopf keine Mütze trug, hielt die Mutter, die leblos hing, über einem Arm. Seht euch das an. Die Heidenbrut hat Haare wie ein...


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