Herzzerreißend, emotional, real!
Ein Kind. Drei Namen. Die neun Lebenswege derselben und doch verschiedenen Menschen.Der Unterschied von wenigen Buchstaben, die jedoch eine ganz andere Bedeutung haben, einen ganz anderen Namen ergeben und am Ende zu komplett anderen Leben werden, die in den weitesten Ausläufen Parallelen aufzeigen.Bear, Julian und Gordon, je einen dieser Namen trägt Mutter Cora im Standesamt für ihren Sohn ein und beeinflusst so das gesamte Schicksal von ihrer Tochter Maja, natürlich dem Sohn und vorallem von sich selbst. In 7 Jahres Abständen verfolgen wir in diesem Roman ihren Werdegang.Die Rezensionen für diese Geschichte brauchte für mich definitiv Zeit, denn selbst einige Tage nach dem Ende, wirkten für mich die Möglichkeiten und leider auch Unbarmherzigkeiten des Lebens, welches die Charaktere in diesem phänomenalen Werk der Autorin Florence Knapp ereilt, noch nach.Die Umsetzung einer so einfachen und doch genialen Idee, ist in diesem Roman äußerst gelungen. Natürlich vorallem durch die dramatischen, tiefgreifenden, emotionalen und ernsten Thematiken wie Gewalt an Frauen, in der Familie, Haustyrannen, Femizid und Mord, die mit einem eindringlichem Schreibstil festgehalten wurden.Die Autorin spart dabei nicht an brutalem Realismus, erschafft damit glaubhafte Bilder, die mir immer wieder den Rand eines traurigen Abgrunds unserer Gesellschaft vor Augen führte und spiegelte in zahlreichen inneren Monologen die Gedankenwelten der Protagonisten.Eine Entscheidung zu treffen, welcher der drei Namen zu dem nun für alle Personen besten Verlauf ihres Lebens führten, war die ständige Frage mit der ich mich konfrontiert sah, die bis zum Ende blieb und doch nicht richtig beantwortet werden konnte.Bear, der sein Leben zunächst mit viel Unbekümmertheit erlebte; Julian bzw. Jules der in einem anderen Land zaghaft seinen Weg wählte und Gordon, der seine jugenhafte Arroganz ablegen musste, um die Welt wahrhaftig und klar zu sehen.Am Ende blieb für mich vorallem Cora, die in allen gelebten und ungelebten Möglichkeiten früher, später und immer ihre bedingungslose Liebe für ihre Kinder sowie schlussendlich auch für sich, einen außergewöhnlichen Mut und lebensnahe Größe zeigte!Fazit: Eine Geschichte so gewaltig, dass es das absolut falsche Wort ist sie zu beschreiben und gleichzeitig das einzig Richtige!