Grappa, Band 2: Eine schöne Party endet in einer Tragödie. Laura Gutweil, Psychologin und beste Freundin von Maria Grappa, wurde umgebracht! Als Journalistin und Freundin ist sie es Laura schuldig, den Täter zu finden. Aufgrund Lauras Arbeit mit sexuell missbrauchten Mädchen stösst Maria auf einen geheimnisvollen Onkel Herbert, der Lolitas mag. Ein Kinderschänder in Bierstadt?
Erster Eindruck: Das Cover entspricht gestalterisch so gar nicht meinem Geschmack.
Meine Buchausgabe ist von 2013, doch die Erstveröffentlichung des Buches war nochmals 20 Jahre früher. Dies nur als Hintergrundinformation, da noch von D-Mark die Rede ist oder ein Telefax eingesetzt wird. Einleitend gibt es ein Personenregister, was ich immer als hilfreich erachte.
Dies ist Band 2 einer Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Da ich erst vor wenigen Tagen Band 1 gelesen habe, war ich noch ganz in dieser Welt drin.
Maria Grappa arbeitet neu beim Bierstädter Tagblatt, nachdem das Lokalradio, wo sie vorher beschäftigt war, aufgelöst wurde. Zusammen mit Peter Jansen, ihrem Chef, feilt sie an ihren Reportagen. Ihr neuster Fall ist sehr persönlich, denn die ermordete Laura war ihre beste Freundin. Und sie war sogar auf der Party dabei und hat nichts bemerkt! Sie beginnt zu recherchieren.
Mir gefällt Maria Grappa: Sie meint selbst, dass die Journalisten doch alle Zyniker seien und ihnen nichts heilig sei, bis die Story im Kasten bzw. in der Zeitung sei. Sie schämte sich. Mindestens 30 Sekunden lang. Oh, diese heftige Phase der Selbsterkenntnis dauerte nicht sehr lange. Es war sehr amüsant, als sie sich im Kinderheim als Doktorandin vorstellte und auf die Frage der Leiterin, wer denn ihr Doktorvater sei und wo ihre Forschungsziele lägen, sie wild drauflos parlierte: Ich hatte mich noch nie so geschwollen reden gehört und verstand kein Wort von meinem Geplapper. Nun ja, dann wird es wohl schwierig
Kindsmissbrauch, Pädophilie, Spielsucht und unerwiderte Liebe sind einige der behandelten Stichworte.
Der erste Band war unterhaltsam und die ermittlerischen Fähigkeiten gingen eher auf das Konto von Kommissar Zufall. Der zweite Band hingegen war sehr ernsthaft mit deutlich mehr Spannung. Pädophilie ist ein sehr schwieriges Thema, das von der Autorin aus meiner Sicht jedoch gut verarbeitet wurde. Ein interessanter Showdown 5 Sterne.