Cover & Klappentext
Wie man es von Cozy Fantasy gewohnt ist, setzt man hier auf angenehme Farben und entspannte Abbildungen, sodass gleich ein Wohlgefühl aufkommt. Das Cover trifft genau den Eindruck, den diese Geschichte vermittelt.
Der Klappentext hat mich weniger angesprochen, hier war es eher der Autor, denn es ist nicht mein erstes Buch von ihm. Und es war gut, dass ich mich auf dieses Abenteuer eingelassen habe. Es tat einfach gut.
Meinung
Violas Leben ist von Struktur und Planung bestimmt. Während sie auf ihren Studienplatz wartet, nimmt sie eine Au-pair-Stelle in Fairytown an, wo sie auf Ben trifft, der ebenfalls für den Job vorgesehen ist. Da die Familie Goodwin nur einen Platz zu vergeben hat, entbrennt zwischen ihnen eine gewisse Rivalität, bis in dem kleinen Örtchen Fairytown seltsame Dinge geschehen und sie gezwungen sind, zusammenzuarbeiten, um die Harmonie wiederherzustellen.
Aus der Sicht von Viola wird man durch das Geschehen geführt.
Zugegeben, anfangs hatte ich meine Schwierigkeiten mit einer so organisierten Person, die kaum Spielraum für Spontanität zulässt. Vermutlich, weil ich viele Parallelen zu mir in ihr gesehen habe, obwohl ich immer dagegen ankämpfe.
Es dauerte ein wenig, bis ich sie in mein Herz geschlossen habe. Spätestens als sie lockerer und zugänglicher wurde. Denn Viola ist ein durchaus herzensguter Mensch, die ihren Platz aber erst finden musste. Deswegen ist sie schlussendlich auch in Fairytown gelandet. Schließlich ist dieser Ort alles andere als gewöhnlich.
Ben wusste ich zu Beginn kaum einzuschätzen. Er ist jetzt nicht sonderlich geheimnisvoll, das nicht. Aber wie heißt es so schön? Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Das vergisst man oftmals.
Von Seite zu Seite sind mir beide immer mehr ans Herz gewachsen, inklusive der Bewohner von Fairytown. Das erleichtert auch der Schreibstil, der entspannt und locker durch die Szenen führt. Es gab ein paar kleinere Stolperstellen, aber die lassen sich verschmerzen, denn das Genre wurde toll bedient.
Die Story hat ihren eigenen Zauber, der den Leser immer mehr in das magische Örtchen zieht. Man wünscht sich, selbst dort zu leben. Und während Viola und Ben sich immer besser kennenlernen und ihre Rivalität nach und nach vergessen, wird man mit vielen Bewohnern konfrontiert. Auch diverse Tiere dürfen nicht unerwähnt gelassen werden, da sie einen wichtigen Platz einnehmen. Mich haben Toby und die Bienen schwer beeindruckt.
Ich mag Cozy im Allgemeinen. Nur besteht manchmal das Risiko, dass es etwas zu seicht ausfällt. Für mich sollte immer ein gewisser Tiefgang vorhanden sein. Das ist hier nicht immer gelungen. Das heißt jedoch nicht, dass die Story nicht unterhalten konnte. Im Gegenteil, mir hat sie richtiggehend gutgetan. Auch Gefühle wurden transportiert, für mich hätten es allerdings noch mehr sein können. Dafür findet sich hier ein gutes Maß an Spannung. Nicht zu viel, um innerlich gefoltert zu werden. Und nicht zu wenig, um kaum spürbar zu sein.
Das Ende und hier besonders der Epilog sollten die Handlung abrunden. Das ist nur teilweise der Fall, denn nicht alle Fragen wurden geklärt. Zudem hatte ich den Eindruck, zu schnell Fairytown verlassen zu müssen.
Fazit
Diese Geschichte ist ein gelungener Wohlfühlroman, bei dem man sich einfach auf der Couch einkuscheln will, mit einer Tasse heißen Kakao, während draußen das nasskalte Herbstwetter vorherrscht. Es ist die perfekte Jahreszeit dafür.
Ich bin ganz verliebt in das Örtchen mit seinen Besonderheiten und den seltsamen Vorkommnissen. Hier kann es schon mal passieren, dass einem ein Eichhörnchen in einem Ballkleid über den Weg läuft.
Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine klare Leseempfehlung.