Nach dem starken ersten Band Gerächt sein solls du war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung und wurde nicht enttäuscht. Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mitten in der Geschichte und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Diesmal beginnt alles mit dem Fund einer völlig abgemagerten älteren Frau. Niemand kennt sie, niemand scheint sie zu vermissen, und genau das macht diesen Fall von Anfang an so erschütternd. Gemeinsam mit Journalistin Eevi Manner versucht Ermittler Mats Bergholm herauszufinden, wer die Tote war und was ihr widerfahren ist. Stück für Stück entfaltet sich eine Geschichte, die nicht nur spannend ist, sondern auch erschreckend real wirkt.
Es war auch spannend zu lesen, wie sich die privaten Geschichten der Hauptfiguren entwickelt haben. Mats kämpft noch immer mit den Schatten seiner Vergangenheit und der schwierigen Beziehung zu seinem Bruder, während Eevi wiederum mitten in den belastenden Kinderwunschbehandlungen steckt, die auch ihre Ehe auf eine harte Probe stellen. Gerade diese persönlichen Einblicke machen beide Protagonisten unglaublich authentisch und sympathisch.
Dass Mats und Eevi diesmal überwiegend getrennt ermitteln, funktioniert hervorragend. Dabei sorgen die verschiedenen Perspektiven für Abwechslung und die Ermittlungen entwickeln sich logisch sowie nachvollziehbar. Auch die Handlungsstränge greifen dadurch nach und nach perfekt ineinander. Die Spannung entsteht dabei weniger durch rasante Action als durch die bedrückende Atmosphäre und das stetige Gefühl, dass hinter jedem neuen Hinweis ein weiteres Schicksal verborgen sein könnte.
Ebenso hat der Schreibstil mich wieder vollkommen überzeugt. Ruhig, flüssig und atmosphärisch erzählt die Autorin eine Geschichte, die gleichermaßen fesselt und berührt.
Und dann kommt dieses absolut unfassbare Ende ... es macht mich direkt neugierig auf den nächsten Band, denn ich muss unbedingt wissen, wie es mit Mats und Eevi weitergeht.
Klare Leseempfehlung und verdiente fünf Sterne!