Ein gnadenloser Schneesturm, ein mysteriöser Todesfall und eine Wahrheit, die einen düsteren Schatten auf die nördlichste Stadt Islands wirft. Ari Arason, Polizeiinspektor im beschaulichen Siglufjörður, freut sich auf seinen dreijährigen Sohn, der die meiste Zeit bei Aris Exfreundin in Schweden wohnt. Obwohl sich ein Unwetter ankündigt, wollen sie die Ostertage als Familie zu dritt verbringen. Doch ein rätselhafter Todesfall nimmt Ari unerwartet in Anspruch: Ein neunzehnjähriges Mädchen ist von einem Dach gestürzt, der letzte Eintrag in ihrem Tagebuch deutet darauf hin, dass es kein Unfall war. Ari ist hin- und hergerissen zwischen beruflicher Pflicht und dem Wunsch, bei seinem Sohn zu sein. Er unterschätzt dabei, die sich immer mehr zuspitzende Gefahr durch Schneeverwehungen. Der eisige Wintersturm schneidet Siglufjörður von der Außenwelt ab. Die Aufklärung des Falls wird für Ari lebensbedrohlich.Der Klappentext dieses sechsten Bandes der "Dark-Iceland"-Reihe versprach ja einiges an Spannung und sogar gefährliche Situationen, die leider so gar nicht im Buch zu finden waren.Wie schon fast typisch für diese Reihe, zeichnet sich die Handlung durch recht wenige Geschehnisse aus, die zwar in gewohnt (und gekonnt) düsterer Atmosphäre stattfinden und vor allem durch Aris eher schwermütiges Gedankenkarussell befeuert werden, aber echte Spannung ist kaum zu finden.Ari ist mittlerweile der leitende Polizeibeamte im Ort und hat sogar einen festen, jungen Kollegen zugeteilt bekommen und obwohl er zu Beginn des Buches immer wieder feststellt, wie zufrieden er mittlerweile mit seinem Leben dort ist, scheint er sich immer noch nicht so richtig mit dem Menschen vor Ort angefreundet zu haben und hat weiterhin nur wenige Bekanntschaften.Zudem spricht er im Verlaufe des Buches plötzlich auch immer häufiger von einem - bisher komplett hypothetischen - Jobangebot in Reykjavik, welches er sich von seinem ehemaligen Vorgesetzten, Tomas, erhofft, der dort ja seit einigen Jahren lebt.Diese Diskrepanz, derer sich Ari nicht einmal so richtig bewusst zu sein scheint, hat mich zwischendurch sehr gestört, weil Ari dafür einfach zu häufig behauptet hat, wie gerne er mittlerweile in Siglufjörður lebt.Immerhin scheint er seine Beziehung mit Kristin mittlerweile ganz realistisch abgeschrieben zu haben und sieht keinerlei Zukunft mehr darin - auch, wenn er seinem Sohn gerne eine richtige Familie bieten würde und vor allem gerne viel mehr Zeit mit ihm verbringen würde, was durch Kristins Umzug nach Schweden natürlich mehr als schwierig geworden ist.Den Fall an sich empfand ich als ein wenig zu offensichtlich und habe ständig auf neue, spannende und überraschende Entwicklungen gewartet, wurde dabei aber größtenteils enttäuscht.Immerhin gab es zum Ende hin doch noch eine komplett unvorhergesehene Überraschung, aber die im Klappentext versprochene Gefahr, habe ich weiterhin vergeblich gesucht.Trotzdem hat mich der flüssige Schreibstil wieder so leicht durch das Buch getragen, dass ich kaum gemerkt habe, wie die Seitenanzahl geschmolzen ist und da ich die Reihe nun auch schon lange genug kenne, wusste ich auch schon, worauf ich mich ungefähr einlassen würde.Wäre ich hier neu eingestiegen, wäre ich sicherlich enttäuschter gewesen. So bin ich nur gespannt, ob es in dieser Reihe irgendwann doch noch mal weitergehen wird oder ob dies nun Aris letzter Fall war.Fazit: Wie für diese Reihe üblich, ging es meist eher sehr gemächlich zu. Die Atmosphäre ist trotzdem mal wieder gekonnt und gewohnt düster und wird auch durch Aris schwermütigem Ton unterstützt, der sich hier mal wieder vor allem persönlichen Problemen stellen muss und eher widerwillig sich dem doch sehr offensichtlichem Fall widmet. Spannung kam - entgegen der Behauptung im Klappentext - kaum auf und würde ich diese Reihe nicht schon länger kennen, hätte es mich wahrscheinlich auch mehr gestört. So wusste ich schon, worauf ich mich einlassen würde und habe dank des flüssigen Schreibstils das Buch innerhalb eines Tages weggelesen. (3,5 Sterne)