Achtung: Spoiler!In diesem Waringham-Band begleitet man Adela von Waringham, die als Hofdame zu Eleonore de Montfort kommt und Bedric, der als Leibeigener die Ländereien von Waringham bestellt.Wie jedes Buch der Reihe entfaltet sich beim Lesen eine absolute Sogwirkung. Mit Bedric stand nun auch das Leben und Leiden der Leibeigenen im Mittelpunkt. Das hat mir sehr gut gefallen, vor allem, wie Bedric im Laufe der Geschichte durch verschiedene Zufälle und Fügungen sein Schicksal in die Hand nimmt.Die Liebesgeschichte zwischen Adela und Bedric fand ich gelungen, auch wenn sie in ein paar Teilen etwas vorhersehbar war. Mit Adela gibt es wieder eine weibliche Waringham, die nicht auf den Mund gefallen ist. Das mochte ich sehr.Im Buch werden viele tolle Lebensentwürfe fernab der mittelalterlichen Norm und vielseitige und spannende Biografien präsentiert. Die familiären Bande innerhalb der Königsfamilie und des Adels haben hier zu einem ordentlichen Katz- und Maus-Spiel geführt und trotzdem hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass alles verhältnismäßig gesittet war.Besonders spannend fand ich, dass die Reformen, die Simon de Montfort angestoßen hat, bis heute nachwirken. Rebecca Gablé hat es wieder geschafft, einen weiteren tollen Roman um das Geschlecht der Waringham zu schaffen, der die Lesenden teilhaben lässt an der Geschichte Englands und den Beginn der konstitutionellen Monarchie.4,5¿¿