sehr berührend und vor allem so wichtig
Wenn das Leben plötzlich eine Richtung einschlägt, die du nie geplant hast, was tust du dann? Ziehst du dich zurück, versteckst dich und hoffst, dass alles von selbst wieder gut wird? Oder rennst du einfach davon? Vielleicht aber krempelst du die Ärmel hoch und sagst dir: Ich schaffe das.Die Protagonistin aus Tessa Randaus neuem Buch entscheidet sich zunächst für den Rückzug. Sie vergräbt sich in ihren eigenen vier Wänden, verliert sich in Arbeit und hält die Welt auf Abstand. Bis ein scheinbar kleiner Zufall, ein verpasster Bus, alles verändert. Plötzlich trifft sie auf Lotte, Johann und Anita, drei ältere Menschen, die sich zu einer ungewöhnlichen WG zusammengeschlossen haben.Was diese Begegnung so besonders macht, ist die Tiefe, die die drei mitbringen. Sie teilen ihre Geschichten, sprechen über verpasste Chancen, getroffene Entscheidungen und die Erkenntnisse, die sie daraus gewonnen haben. Und genau darin liegt eine leise, aber kraftvolle Veränderung: Stück für Stück entsteht ein neues Verständnis vom Leben und vor allem die Möglichkeit, ihm wieder zu vertrauen.Dieses Buch macht Mut. Einen leisen, aber nachhaltigen Mut. Es zeigt, dass es nicht den einen, geradlinigen Weg zum Glück gibt. Dass Glück nichts ist, das einfach passiert, sondern etwas, das wir selbst formen, oft ganz anders, als wir es erwartet hätten. Manchmal liegt es näher, als wir denken, vielleicht direkt um die nächste Ecke. Doch um es zu entdecken, braucht es den Mut, genau dorthin abzubiegen, selbst wenn es sich unglaublich schwer anfühlt.Und genau hier entfaltet die Geschichte ihre ganze Kraft: Sie zeigt verschiedene Wege auf, wie man dieses "Glück um die Ecke" finden kann. Sie schenkt Hoffnung auf Vertrauen, auf Neuanfänge, auf Freundschaft. Und vor allem auf das Verzeihen, das oft der erste Schritt ist, um wirklich weitergehen zu können.Zeit für Träume ist für mich ein Buch, das tief berührt. Eines, das nicht nur Mut macht, sondern auch ein leises Vertrauen in das Leben zurückgibt. Eine Geschichte, die nachklingt und mir sagt: Träume sind da, um gelebt zu werden, wir müssen nur unseren eigenen Weg zu ihnen finden.