Ein philosophischer und düsterer Klassiker, der voller Sehnsucht und Abgründe ist in einer schönen Schreibform, aber keine leichte Kost
Im Zentrum der Handlung steht der wissensdurstige Gelehrte Heinrich Faust, dem in einer Sinnkrise der Teufel Mephisto erscheint und ihm grenzenlose Erfahrungen im Austausch für Fausts Seele anbietet, falls dieser je einen Moment erlebt, den er festhalten möchte, was letztlich in Schuld, Tod und moralischem Zerfall endet. Die teilweise ausschweifende Handlung wechselt zwischen Dialog, Monolog, Lyrik und dramatischen Szenen und weist eine sehr hohe philosophische Tiefe auf, die an manchen Stellen überladen wirkt.Bei den Protagonisten steht Faust im Mittelpunkt der Handlung und wird facettenreich und komplex dargestellt. Nebenprotagonisten, wie z.B. Mephisto oder Gretchen, sind ebenfalls Figuren mit hoher psychologischer Tiefe und treiben die Handlung voran.Wer stille Klassiker mit psychologischer Tiefe/Spannung und sprachlicher Schönheit mag, wird hier fündig.Der Schreibstil ist in sehr origineller Versform aufgebaut, was dem Text Eleganz verleiht, im Zugang jedoch anspruchsvoll ist.Minuspunkte: Sowohl die teilweise ausschweifende Handlung als auch die anspruchsvolle Sprache mindern den Lesespaß.