Die Menschen und Nachtelfen sind seit Jahrhunderten verfeindet, doch als eine dunkle Gefahr der Vergangenheit die Welt Xio erneut angreift, müssen sie widerstrebend einen Waffenstillstand eingehen. So kreuzen sich auch die Wege der Generalin Zelie und dem Nachtelf Aries und mit jedem Mal steigt die Spannung.
Ihm wohnt eine schreckliche Schönheit inne, dem Töten. -Aries
Blade of Night entführt uns in eine blutige Welt, die alles von ihren Bewohnern verlangt und in der wir zwei Personen auf unterschiedlichen Seiten verfolgen, die verbotene Gefühle entwickeln und mit ihren Geheimnissen eben diese Welt auf den Kopf stellen könnten. Ganz langsam werden wir in die Geschichte geführt und mit einer Versammlung lernen wir die wichtigsten Personen kennen. Der Schreibstil ist locker und egal ob man Zelies oder Aries Sichtweise hat, liest man es gerne. Das schlichte Cover passt zum Inhalt, denn die gut verarbeitete Karte und die eigenen Illustrationen im Buch machen es wieder wett. Dann kommt der kleine Cliffhanger zum Schluss, der nochmal alles neu eröffnet, sodass man direkt mit dem zweiten Band der Romantasy-Dilogie weitermachen will.
Das Setting ist mit am besten gelungen, denn Xio mit der Sternkluft entsteht vor unseren Augen und sowohl die Städte der Menschen, als auch die der Nachtelfen, sowie das Terrain dazwischen, wurden schön beschrieben und man taucht richtig in die Geschichte ein. Auch die Story folgt mit der großen Gefahr, die aus der Kluft stammt, einem roten Faden, denn Personen werden umgebracht und große politische Konflikte entstehen. Wir haben eine gute Balance zwischen politischen Gesprächen auf beiden Seiten und Kämpfen sowie Informationssammlung, wobei dazwischen im guten Maß die Liebesgeschichte Platz findet, ohne von der Story abzulenken.
Durch das viele Reisen und das lange Warten, wann eine Entscheidung getroffen wird und welche Motive die Herrscher verstecken, streckt sich der Roman in der Mitte teilweise. Die Autorin schafft es durch Schlüsselereignisse, wie zum Beispiel Angriffe oder eine Entwicklung in der Liebesgeschichte, die Spannung hochzuhalten, aber es gibt kaum etwas Besonderes. Einiges kann man vorhersehen und auch die paar Plottwists kamen kaum überraschend, aber ich wollte die ganze Zeit weiterlesen, um zu sehen, wie die Geschichte endet und ob bzw. inwiefern die Situation eskaliert. Es wird nicht mit Grausamkeit gespart und die Undurchsichtigkeit mancher Personen gleichen die Längen fast wieder auf, denn besonders den gut geschriebenen Kampfszenen folgt man gerne.
Auch die Charaktere haben es in sich und ihnen wurden eigene Persönlichkeiten gegeben, die noch wichtig werden. Aries ist der Nachtelf mit einer hohen Position, der zwischen Loyalität und dem Wissen, was richtig ist, schwankt. Dieser innere Konflikt zieht sich durch das Buch und es war spannend zu sehen, wie er mal die Menschen verflucht und seinen König unterstützt, und dann wieder zu Zelie tendiert und seinem Herzen verfolgt. Tatsächlich ist in diesem Roman Zelie die mürrische Kriegerin, auch wenn Aries sehr gut mit dem Schwert umgehen kann. Sie folgt ihrer eigenen Meinung und versucht ihre Leute zu schützen, mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen. Interessant sind auch die Nebencharaktere, die teilweise eine größere Rolle spielen, denn dadurch wird die Geschichte verschlungen.
Der Rassen- und Territorien-Konflikt gibt ein gutes Thema ab und man merkt schnell, dass die Nachtelfen eigentlich die Oberhand haben. Und hier kommt die verbotene Liebesgeschichte ins Spiel, denn Zelie und Aries sträuben sich beide vor der Verbindung, sind aber realistisch und mit ihren Gefühlen vor allem authentisch, was mich überzeugt hat. Damit passen sie zueinander und ihr Geplänkel war faszinierend. Ihre Kämpfe miteinander und gegeneinander haben Spaß gemacht und man hofft automatisch auf ein positives Ende. Zudem werden die intimen Szenen nur kurz angedeutet, es wird sich also eher auf das Geschehen und die Gefühle konzentriert als auf den Spice.
Insgesamt vergebe ich guten Gefühls 5 Sterne, da es ein fesselndes Leseerlebnis mit Kampf und Magie war!