So gemütlich, dass es auf mich stellenweise schon fast zäh gewirkt hat, aber mit liebenswerten Charakteren.
Jennifer Quinn hätte nie gedacht, dass in ihrem Leben noch etwas Aufregendes passiert. Seit fast sechzig Jahren ist sie glücklich mit Bernard verheiratet, und die beiden genießen ihre beschaulichen Tage in einem kleinen englischen Dorf. Mrs. Quinns Leidenschaft ist das Backen, die vielen Familienrezepte gehören zu ihren wertvollsten Erinnerungen, und sie liebt es, Freunde und Familie mit ihren Köstlichkeiten zu verwöhnen. Doch kurz vor dem großen Hochzeitstag mit Bernard ist auf einmal alles anders.Sie fühlt, dass sie noch etwas wagen muss, bevor es zu spät ist. Heimlich bewirbt sie sich für eine beliebte TV-Backshow und erfüllt sich dadurch nicht nur einen großen Traum, sondern setzt auch alles aufs Spiel. Denn was niemand ahnt: In Mrs. Quinns Leben gibt es ein dunkles Geheimnis, das sie jahrzehntelang gut gehütet glaubte, und dem sie sich nun endlich stellen muss.Eigentlich hatte ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, sollte es doch eine besonders herzerwärmende und gemütliche Geschichte erzählen.Leider habe ich sehr schnell gemerkt, dass ich vielleicht doch nicht ganz in der richtigen Stimmung dafür war, da dieses Buch wirklich extrem gemütlich - oder eben: wahnsinnig langsam - erzählt wird.Wir verbringen schon alleine unglaublich viel Zeit mit dem ganzen Bewerbungsprozess für die Backshow, also Jennys Vorbereitungen, all den Sachen, die sie für ihre Bewerbungsfotos herstellt, ihre ganzen Heimlichkeiten dabei, wie ihre Familie auf all das reagiert und so weiter und so fort.Dabei ist eigentlich alles wirklich wahnsinnig nett und gemütlich, aber es plätschert eben nur so vor sich hin.Zwar lernen wir Jenny und ihr Umfeld in dieser Zeit schon sehr gut kennen, vertiefen uns immer wieder in der Verbindung einzelner Gebäckstücke mit dem, was sie für Jenny bedeuten (z.B. Lieblingskuchen einzelner Familienmitglieder, Dinge, die sie an wichtigen Tagen in ihrem Leben gebacken hat, etc.) und kommen auch schon ihrem Geheimnis sehr Nahe, aber irgendwie hatte ich trotzdem einfach nicht das Gefühl ihr wirklich nah zu sein.Ich mochte Jenny (und auch Bernard), habe mich mit ihr gefreut und auch ein wenig mit ihr gelitten, aber so richtig involviert war ich in diese Geschichte einfach nicht, was einfach daran lag, dass es mir einfach ein klein wenig zu zäh vorkam.Das Tempo war wirklich der größte Störfaktor für mich.Während wir extrem viel Zeit im Bewerbungsprozess verbringen, wird die Aufzeichnung der einzelnen Shows schon deutlich schneller beschrieben, was ich nicht immer ganz ausgereift fand.So richtig hat mich dann aber gestört, dass das Ende so übereilt wurde.Uns wurde hier über die Backshow und die einzelnen Dinge, die Jenny herstellt, die Geschichte ihres Geheimnisses und auch ihre Lebensgeschichte erzählt und dann dürfen wir am Ende nicht mal mehr mit dabei sein, als es endlich dieses von ihr so lang und heiß ersehnte Zusammentreffen gibt?Das empfand ich wirklich als extrem enttäuschend und einfach unrund.Fazit: Obwohl ich die Figuren wirklich sehr mochte, hat der letzte Funken einfach gefehlt. Größter Störfaktor war für mich allerdings das Tempo der Erzählung, das einfach nicht richtig stimmig für mich war. Es war teilweise dermaßen gemütlich, dass es auf mich schon zäh gewirkt hat. Jennys großes Geheimnis konnte man schon früh erraten und umso enttäuschter war ich dann, als wir mit diesem leicht offenen Ende zurückgelassen worden sind.Aber vielleicht war ich auch einfach nicht in der richtigen Stimmung für das Buch. Erhofft hatte ich mir jedenfalls mehr. (3,5 Sterne)