Ein wunderbarer Sommerroman für einen Tag, denn länger habe ich für die humorvolle und sehr gut beschriebene Italienreise nicht gebraucht.
Lia Bathurstist eine Textilkünstlerin. Als sie in einer Krise steckt und wegen einer Studienarbeit für eine Freundin einen DNA-Test macht, erfährt sie noch zusätzlich, dass Ihr Vater Simon gar nicht ihr leiblicher Vater ist. Auf der Suche nach ihrem "richtigen" Vater, dem Schauspieler Ernesto Salvatore, muss sie an seinem Manager Raphael Knight vorbei. Da er auch in London lebt, genau wie sie, stattet sie ihm einen Besuch ab. Raphael Knight hilft ihr allerdings nicht weiter und stellt keinen Kontakt zu Ernesto her, da er sie für eine Erbschleicherin oder für einen lästigen Fan hält. Lia erinnert sich an den alten Freund von der Amalfiküste und ruft ihn an, um vielleicht im sonnigen Italien wieder ein paar Inspirationen für ihre Arbeit zu erhalten, um den Auftrag für ein Restaurant zu gewinnen und so ganz nebenbei vielleicht noch ihren leiblichen Vater zu treffen. Als sie ihm zufällig in einem Restaurant trifft, nimmt sie Reisaus und läuft von ihren eigenen Gefühlen davon. Nur ein Bild lässt sie in der Hektik zurück und als ein Kellner es Ernesto bringt, erkennt er Lias Mutter sofort. Auch die Ehefrau und Raphaels Mutter, Aurelia, weiß bescheid. Als Raphael dies mitbekommt, bekommt er jedoch kein schlechtes Gewissen, denn er geht mittlerweile bei jeder Person vom schlimmsten aus. Ernesto möchte unbedingt Lia kennenlernen und lädt sie zu ihm in die Villa ein. Lia verbringt somit den ganzen Sommer bei Ihrem leiblichen Vater und dessen Familie - und eben auch mit Raphael Knight. Als Lia immer mehr Zeit mit Raph verbringt, verliebt sie sich ihn in. Doch lässt er seine Gefühle zu ihr ebenfalls zu, oder steht ihm sein Vertrauensproblem im Weg? Julie Caplinhat einen wunderbaren Sommerroman geschrieben. Die Protagonisten werden gut beschrieben, aber noch mehr kann man sich die Amalfiküste vor den eigenen Augen vorstellen. Man riecht die Zypressenhainen und kann sie mit den geschlossenen Augen quasi schon sehen. Auch die Zutaten für die gemeinsamen Kochstunden bei Aurelia werden so genau beschrieben, dass der Leser die Zutaten vor seinem geistigen Auge sieht und Aurelia beim kochen über die Schulter schauen kann. Der Leser verbringt mit Lia einen wundervollen Sommer in Italien und kann sowohl ihre, als auch die Bedenken, Gedanken und Gefühle von Raph verstehen und miterleben. Liamacht immer wieder den ersten Schritt auf Raph zu und das Ende des Romanes lässt all die schlechte Zeit überstehen. Es freut mich, dass die Geschichte nicht in Italien endet, sonder noch in London weiterspielt. So erfährt der Leser tatsächlich, wie die Geschichte am Ende mit Lia und Raphael ausgeht und weitergehen kann. DieHandlung hinter dem Romansteht für Vertrauen. Kann man jedem Vertrauen, den mann trifft? Oder wird man für den Vertrauensvorschuss am Ende bitter enttäuscht? Raphael lernt schon sehr früh, was es heißt, einen berühmten Verwandten oder Neu-Papa zu haben. Als Ernesto seine Mutter geheiratet hat, waren sie von nun an berühmt. Alle wollten seine Freunde sein. Aber letztendlich haben sie sich von der Presse für die Informationen über die Familie bezahlen lassen. Dies prägt sein ganzes Leben und bringt eben diese Vertrauensprobleme mit. Aber manche Menschen sind eben anders und verdienen dieses Vertrauen.