Eigentlich hätte es voll mein Ding sein sollen...
Ich habe nun zum zweiten Mal versucht, in diese Buchreihe hineinzufinden. Beim ersten Erscheinen des ersten Bandes war ich sofort interessiert, denn skurrile Figuren sprechen mich grundsätzlich an, auch wenn Krimis nicht zu meinen bevorzugten Genres gehören. Flavia als Protagonistin gefällt mir nach wie vor sehr gut. Ihr trockener Humor ist einer der stärksten Punkte des Buches und trifft genau die Art von Witz, die ich mag. Man muss diese Art Humor allerdings zu schätzen wissen, sonst verliert die Geschichte schnell ihren Reiz.Lange Zeit dachte ich, mein anfänglicher Zugangsschwierigkeit läge an der umfangreichen Chemiethematik. Obwohl ich in der Schule selbst gut in dem Fach war, habe ich das Interesse später nicht weiterverfolgt. Inzwischen weiß ich jedoch, dass komplexe Themen mich in Romanen nicht grundsätzlich stören, sofern sie gut in die Handlung eingebettet werden. Andere Bücher haben mir gezeigt, dass ein guter Balanceakt möglich ist und man auch Fachliches leicht verständlich einfließen lassen kann. Ein Roman sollte das leisten können, da man ansonsten besser zu einem Fachbuch greifen könnte.Dass ich der Reihe eine zweite Chance gegeben habe, liegt auch daran, dass sie häufig empfohlen wird, wenn man Wednesday oder die Addams Family mag. Die Parallelen liegen tatsächlich nahe. Flavia und ihre Familie erinnern in vielen Momenten an die exzentrischen Addams. Dennoch fehlt mir etwas Entscheidendes: die Leichtigkeit und das Fantasievolle, das ich an Wednesday so schätze. Der Schreibstil ist für meinen Geschmack überfrachtet. Es wird viel erklärt und wenig gezeigt, was den Lesefluss spürbar hemmt. Viele Sätze fließen nicht organisch ineinander, sodass ich häufig im Text hängen blieb und das Lesen nicht richtig genießen konnte. Action brauche ich nicht zwingend, aber ich wünsche mir einen natürlichen, atmosphärischen Handlungsfluss, der mich trägt.Auch beim zweiten Versuch konnte mich dieser Band daher nicht vollständig überzeugen. Einige Elemente gefallen mir sehr gut, besonders die Figur Flavia und der Humor. Der Erzählstil verhindert für mich jedoch, dass ich wirklich in die Geschichte eintauche.