Das Buch reißt einen nicht so sehr mit wie Teil 1, ist aber keineswegs schlecht
Im Vergleich zum ersten Band ist dieser Teil hier deutlich politischer und ruhiger. Wer viel Action und Kampf erwartet, wird definitiv nicht abgeholt.Es geht viel um Intrigen, alles geht sehr strategisch vonstatten und man bekommt einen tieferen Einblick in das Innerste von Paul Atreides mit seiner Hellsicht als Macht und gleichzeitig als Untergang.Auch Alia lernen wir besser kennen, sie bekommt sogar ihre eigene Sichtweise. Die Figur überzeugt allerdings nicht, was schlichtweg an Herberts Art liegt, Frauen zu porträtieren. Das gelingt ihm nämlich überhaupt nicht. Nachdem im ersten Buch starke Frauen eine riesige Rolle gespielt haben, merkt man davon jetzt nichts mehr, auch wenn es in Anbetracht der Zeit, in der die Bücher entstanden sind, nicht unbedingt verwunderlich ist. Jessica ist kaum noch der Rede wert, Chani wird in diesem Buch lediglich die Rolle des Brutkastens zuteil, Irulan steht bloß weinerlich zwischen den Fronten und Alia ist triebgesteuert. Gerade für die Figur Chani, die so viele Leute im ersten Buch liebgewonnen haben und die so geschätzt wird von Paul, ist diese Entwicklung sehr enttäuschend.Das Buch ist deutlich kürzer gehalten und das ist auch gut so. Mehr hat es nicht gebraucht. Zwar ist es interessant, das Ende des Muad'Dibs zu verfolgen, so holt es einen aber nicht vollends ab. Der Zeitsprung sorgt natürlich dafür, dass nicht nahtlos an die Handlung angeschlossen wird, die für Begeisterung gesorgt hat und so bleibt eine Lücke zurück, die nicht ganz gefüllt wird. Stattdessen wird man konfrontiert mit neuen Figuren und neuen Methoden, die aus dem Nichts zu kommen scheinen.Das Buch würde alleine nicht funktionieren, in der Reihe allerdings schon. Es schließt den Kreis um Paul Atreides, dessen Ende erstaunlich kitschig ist und öffnet die Türen für die nächste Generation, die Kinder des Wüstenplaneten, die das Erbe des großen Muad'Dibs antreten werden müssen. Auch wenn man nach diesem Buch nicht das Gefühl hat, sofort herausfinden zu müssen, wie es weitergeht.