Eine einfache Rezeptur, die doch immer wieder den Gaumen kitzelt.
Eine einfache Rezeptur, die doch immer wieder den Gaumen kitzelt. So könnte man bildhaft wie kurz diesen 20. Fall aus der "Commissario Montalbano-Reihe" beschreiben. In bekanntem Rahmen, mit bekanntem Personal und ein paar Toten wird erneut eine Geschichte präsentiert, die einen zwar nicht vom Hocker reißt, aber immerhin geeignet ist, einem tristen Tag noch so etwas wie ein Abendleuchten zu verpassen.Dieses "Immergleiche" stört offensichtlich auch den Autor, denn er beschreibt in seinen Anmerkungen dieses Dilemma ganz offen: "Der aufmerksame Leser, der mehr oder weniger beziehungsbedingte Streitereien mit Livia und dergleichen erkennen wird, möge sich nicht über den Autor ärgern, sondern über die verschlungenen Pfade der verlegerischen Entscheidungsfindung." Das sind klare Worte, die man so selten zu hören bekommt. Das Alter des Commissarios wird hier neben den bereits bekannten und oft wiederholten Marotten seiner Mitarbeiter (inkl. des Verhältnisses zu seiner "Dauerverlobten" Livia, mit der er zusammen bald seine "silberne Verlobung" wird feiern können ...) zum "Runnig Gag" der Geschichte und erfährt zudem eine Steigerung, da er ganz offensichtlich mit der "neuen Technik" über Kreuz liegt: "Diese ganze komplizierte Geschichte mit Aufnahmegeräten, Kameras und Computern war nicht sein Ding." Aus dem skurrilen bis schrulligen Verhalten der "Aufklärungstruppe" beziehen diese Krimis zwar ihren besonderen Reiz, werden aber mit der Zeit etwas fade.(21.2.2024)