Ein bisschen "James Bond" in Grönland - und viel Verschwörung
Nach "Eisrausch" nun die "Eisfalle" - John Kaunaks 2. Fall führt uns tief hinein in den Grönländischen Eisschild. Haben wir den kauzigen Ermittler im 1. Fall noch am Rand des Inlandeises kennen gelernt, wo er im letzten Moment Wegweisendes vollbracht hat, geht es nun tief hinein. In "Eisfalle" tun sich Abgründe auf, wild und spannend wie in manchen James-Bond-Film, ein Genre, zu dem sich mindestens eine Person besonders hingezogen fühlt. Okay, damit wären wir beim Personal. Mitten drin Kaunak, der dänische Polizist mit den ungewöhnlichen Methoden und bemerkenswerten Fähigkeiten. Man muss ihn mögen. Gerade auch, weil er kantig und dabei doch manchmal feinfühlig ist (ein herzliches Hallo von Daniel Craig). Um Kaunak herum schwirren etliche interessante Typen, die mithelfen, das "Böse" zu besiegen. Je nach ihrer Bedeutung für die Geschichte bleiben sie mehr oder weniger haften, gerade so, wie man ein perfektes Dinner unterschiedlich würzt. Man darf keine Psychogramme erwarten, es geht vor allem um die handlung.Und die Handlung ist spannend. Eine große Verschwörung ist im Gange, die mit einem Parteifreund des "großen Donald T." zusammenhängt und uns schon mal das Blut in den Adern gefrieren lässt. Obwohl, die Wirklichkeit ...? Nein, Kaunak hat es schon mit Umtrieben in diabolischer Form zu tun, die ihn letztelich tief unters Grönlandeis schicken. In die "Eisfalle", eine ehemalige US-amerikanische Militärbasis, die es wirklich gibt. Im Labyrinth von Eistunneln und Eisspalten tobt ein finales Grusel-Chaos der heißesten Art.Hat "Eisrausch" noch mit viel Liebe viel Grönländisches erzählt, fokussiert "Eisfalle" deutlich mehr auf den Thriller und seine atemberaubende Handlung. Die ist vielschichtiger, als ich hier verraten will - nur so viel: hinter der Verschwörung lauert die Verschwörung. Da hält der Leser kurz die Luft an.Die Luft ist bei Kaunak jedenfalls noch lange nicht raus. "Eisfalle" muss man lesen und für nächstes Jahr ist Johns 3. Fall bereits angekündigt. Viel Spaß.