In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Ines Buck die Hauptkommissarin Karla Sommerfeld in ihren zweiten Fall und konnte mich dabei zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten.
Für mich war es dabei die erste Begegnung mit der sympathischen Ermittlerin und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir Vorkenntnisse aus dem ersten Band fehlen würden, obwohl es hier mit dem Fall rund um das spurlose Verschwinden von Karlas Vater einen roten Faden gibt, der sich durch die Reihe zieht. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.
Als die kleine Mathilda Karla Sommerfeld stolz ihren Fund präsentiert, ist diese schockiert, denn sie erkennt sofort, dass der angebliche Wildschweinknochen in Wirklichkeit zu einem Menschen gehört. Und so finden die Ermittler in der Nähe des Kindergartens auch schnell ein Skelett, dass dort schon seit fünf Jahren liegt. Bei ihren Ermittlungen bekommen es Karla und ihre Kollegen mit aufgebrachten Eltern, schweigsamen Dorfbewohnern und einer Familie mit Geheimnissen zu tun.
Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und garniert sie mit jeder Menge Lokalkolorit aus der bayrischen Provinz. Geschickt legt sie dabei einige falsche Fährten und bietet am Ende eine verblüffende, aber dennoch schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Fein dosierte Ausflüge in das Privatleben der Kommissarin, die wegen der Demenzerkrankung ihrer Mutter in ihren Heimatort zurückgekehrt ist, lockern das Geschehen zudem immer wieder ein wenig auf, die Krimihandlung steht dabei aber jederzeit im Mittelpunkt der Geschichte.
Wer auf spannende Kriminalromane mit sympathischen Ermittlern und reichlich Lokalkolorit steht, wird hier gut bedient und unterhalten. Für die weiteren Bände bleibt aber noch ein wenig Luft nach oben.