Eine gelungene Fortsetzung, die Brianas und Rogers Story mehr beleuchtet und auch die Schatten der Vergangenheit zeigt.
Wer Outlander, egal ob nun Buch oder Serie, kennt, weiß, dass es hier sehr oft hart zur Sache geht. So ist es auch in diesem Band. Dennoch eröffnet sich wieder eine atmosphärische Story, die malerische Landschaften zeichnet, uns auf hohe See entführt und zeigt, dass Liebe eine Menge überwinden kann.¿¿ Bevor ihr weiterlest, möchte ich für das Buch und die Rezi aber eine Triggerwarnung aussprechen. Denn das Buch behandelt Themen wie Gewalt, Missbrauch, Rassismus und Sklaverei. Ich selbst gehe nicht ins Detail, kann die Themen aber nicht ganz außer Acht lassen. Doch worum gehts überhaupt?Claire und Jamie erhalten unter der Voraussetzung, dass sie im Falle von Aufständen Soldaten an die Krone stellen, Siedlungsland in North Carolina. Mitten im Nirgendwo bauen sie ihr neues Zuhause Fraser's Ridge auf. Gleichzeitig steigt bei Briana die Sorge um ihre Eltern: Eine alte Todesanzeige verrät ihr, dass die beiden in den späten 90er Jahren des 18. Jahrhunderts zu Tode kommen sollen. Um sie zu warnen, reist sie ihnen in die Vergangenheit nach - gefolgt von Roger, der das eigentlich vermeiden wollte.Die Handlung wird uns über insgesamt vier bis fünf POVs erzählt. Wir verfolgen Claire, Jamie, Briana, Roger und erhalten zwischendurch sogar über Lord John einen Einblick in die Geschehnisse. Claire und Jamie müssen feststellen, dass das Zusammenleben mit den indigenen Völkern nicht immer ganz einfach ist. Rassismus, Misstrauen und nach wie vor Sklaverei spielen auch in diesem Band eine Rolle, sodass die beiden sich häufiger zusammen mit Young Ian in der Rolle als Vermittler:innen wiederfinden.Briana hingegen findet in Schottland Hilfe bei ihrer eigenen Familie, muss in Amerika aber leider eine Erfahrung machen, die man wirklich keinem Menschen wünscht: Erneut getrennt von Roger, der die Rückreise durch die Steine garantieren möchte, wird sie vom Piraten Steven Bonnett missbraucht und in der Folge ungewollt schwanger.Dieses Ereignis überschattet auch das Wiedersehen mit ihren Eltern. Missverständnisse nehmen zu und haben teilweise verheerende Folgen, während Briana sich der Situation ausgesetzt sieht, allen unverheirateten Männern angepriesen zu werden.Die Autorin verknüpft hier die verschiedenen POVs, geschichtliche Ereignisse und die einzelnen Handlungsstränge geschickt zu einem großen Ganzen. Die Reihe zeigt für mich bisher eindrucksvoll, dass die Moderne gern romantisiert, dass die Geschichte faszinierende und schillernde Persönlichkeiten und Ereignisse enthält, aber eben auch viel Grausames.Fazit: Ich bin von der Reihe bisher genauso begeistert wie von der Serie. Dennoch muss man sich bewusst machen, worauf man sich einlässt. Denn gerade die schweren Themen haben es in sich, weshalb ich eine Triggerwarnung im Hörbuch sinnvoll gefunden hätte und grundsätzlich für notwendig halte.