Ich habe auch den zweiten Band begeistert zu Ende gelesen: Ein authentisches Stück Zeitgeschichte, in der man sich in die Nachkriegszeit der 50er und 60er Jahre zurückversetzt fühlt.Die Autorin hat einen fesselnden und auch berührenden Schreibstil und auch kritische Äußerungen kann man dem Buch entnehmen. Zum Beispiel das große "Schweigen" der Elterngeneration zum Geschehen (und Mitwirken?) im 2. Weltkrieg; der Tatsache, dass viele "Würdenträger" wie Richter u.ä. wieder auf ihren Posten sassen, als ob nichts gewesen wäre.Die Stimmung der 50er und 60er Jahre wird in der Familie, der Minna und Hanna entstammen, sehr gut veranschaulicht und porträtiert. Besonders schön auch die Freundschaft zwischen Minna und Fannie - ihres Zeichens Sinti, die mit viel Glück als einzige den Horror des Dritten Reichs überlebte und sich schon immer mit Minna verstanden hat. Ein Kapitel, das recht düster ist, findet auch hier Raum:Die TBC-Kranken der Nachkriegszeit, hier hat auch Hanne vieles mitzumachen, das ihre Persönlichkeit vermutlich sehr verändert hat. Sie wirkt sehr angepasst und naiv, findet jedoch später doch noch ihren Weg, wenn auch mit Hindernissen gespickt. Romy, ihrer aufmüpfigen Tochter, ist nun der 3. Band gewidmet, ich bin sehr gespannt darauf und freu mich schon!Die Trilogie hat ihren Ursprung in der Familiengeschichte der Autorin Felicitas Fuchs aka Carla Berling, die darüber hinaus auch Krimis schreibt und Ostwestfälin ist. Chapeau von mir für den sehr gelungenen und fesselnd geschriebenen, authentischen Roman und die Trilogie! 5* und 95° auf der Histo-Couch.