"'Glaubst du, wir leben nicht im Gefängnis?', fragte sie dann. Was ist das Lagerleben denn sonst, wenn nicht Gefangenschaft? Es gibt viele Gefängnisse, mein Freund, sehr viele! Das Lager ist ein Gefängnis, dein Haus ist ein Gefängnis. Die Zeitung, das Radio, der Bus ist ein Gefängnis, die Strasse, die Augen der Leute . . . Unser Leben ist ein Gefängnis."Kanafanis Erzählung "Umm Saad" erschien nach dem Junikrieg 1967. Mit eindrücklichen Szenen aus dem Leben von Umm Saad, einer tapferen, aufrechten, stolzen Ehefrau und Mutter, beschreibt der Autor das Erwachen eines neuen Bewusstseins des Widerstands in der palästinensischen Bevölkerung, die als Folge des Krieges ins Exil, in ein Leben im Flüchtlingslager gezwungen war. Die Frauenfigur steht symbolisch für das neue Selbstbewusstsein und den Mut, die erzwungene Opferrolle nicht zu akzeptieren und für die gemeinsamen Interessen einzutreten.