Solider Rügenkrimi, der die Ermittler an ihre persönlichen Grenzen führt und einige Überraschungen bereithält.
Im Kreidemuseum von Gummanz wird eine Frauenleiche gefunden. Bei dem Opfer handelt es sich um eine ehemalige Polizistin, welche im Zuge eines Korruptionsskandales vor Jahren untergetaucht war. Noch brisanter wird der Fall, weil Kommissar Jan Riechter damals ein Verhältnis mit der Kollegin hatte und anschließend in die Ermittlungen gegen sie eingebunden war. Zeitnah tauchen bei den Recherchen immer wieder Indizien auf, die Jan in Verbindung mit dem Opfer bringen und eine Tatbeteiligung unterstellen. Folgerichtig wird er suspendiert und das Team arbeitet unter Romys Leitung an dem Fall weiter. Das Klima ist stark belastet, wem kann man trauen wie kann man das belastende Material als Fälschungen enttarnen. Neben dem alten Korruptionsfall versuchen die Ermittler auch die Lebensumstände des Opfers bis in deren Jugend zu durchforsten und dabei stoßen sie auf Fakten, welche dem Fall eine entscheidende Wendung geben.Neben der akribischen und anfangs recht langatmig wirkenden Polizeiarbeit steht hier vor allem das Ermittlerteam im Fokus. Stehen sie hinter ihrem Chef oder keimt auch bei ihnen die Saat des Zweifels und wie regiert Romy auf die frühere Affäre ihres Mannes. Hinzu kommt die persönliche Entwicklung der einzelnen Charaktere, ihr Umgang mit Belastungen und die Bereitschaft Grenzen zu überschreiten. Viel Raum wird dem neuen Teammitglied gegeben, welches sich vom unsympathischen Außenseiter zur zuverlässigen Stütze der Gruppe entwickelt.Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, das Inselflair ummalt die Handlung und die Story nimmt nach zähem Anfang deutlich an Fahrt auf wobei die Spannung zum Ende hin deutlich ansteigt. Auch der 14. Fall für Romy Beccare ist wieder gut gelungen und bekommt von mir 4 Sterne +.