Rachel war mit ihren kindischen Verhalten nervig, aber es hat sich immer weiter zugespitzt und wurde immer spannender. Die Vampire gefallen.
Im zweiten Fall hat es Rachel mit einem Serienkiller zu tun, der auf es auf Kraftlinienhexen abgesehen hat. Zusammen mit den FIB geht sie Spuren nach und Rachel kommt schnell darauf, dass es ihr Erzfeind sein muss, der hinter den Morden steckt. Doch nur langsam wird ihr klar, dass hinter den Morden eine Verschwörung steckt, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob mir der Band gefallen wird, weil es sich einerseits recht langsam entwickelt hat und das Buch mich mit dem Fall nicht richtig gepackt hat. Die Anfangsszene war zwar recht witzig, wie Rachel den Fisch geklaut hat, nur damit sich am Ende herausstellt, dass es der falsche Fisch war, weil das Maskottchen der Baseballmannschaft nie verschwunden war. Es war so eine typische Szene für diese Reihe, denn Rachel gerät von einem Schlammassel in den nächsten und es scheint immer größer zu werden.Kein Wunder, dass ich auch hier wieder stark an Harry Dresden von Jim Butcher denken musste. Rachel ist das perfekte Pendant zu ihm. Sie gerät von einem Schlamassel in den nächsten, ist praktisch immer pleite und kämpft daher jeden Monat darum, ihre Miete zusammen zu bekommen und wenn sie sich in eine Sache verbeißt, dann wird sie richtig stur, unbedacht und nervig.Das hat mich auch stellenweise in dem Buch gestört. Wenn Rachel der Meinung ist, dass sie sich im Recht befindet, dann pocht sie auch auf dieses und überschreitet Grenzen. Das hat natürlich zur Folge, dass sie sich nur mehr Ärger einhandelt und damit ihr Problem weiter anwächst. Wenn sie teilweise etwas ruhiger gehandelt hätte, dann hätte sie jetzt weniger Probleme an der Backe. Allerdings trägt das auch zur Unterhaltung bei. In dem Band hat man auch mehr über Rachels Vergangenheit kennengelernt. Im ersten Band hatte man ja nur erfahren, dass ihr Vater verstorben ist und sie als Runnerin ihm stolz machen möchte. Sonst hat man eigentlich nicht viel Persönliches über sie gewusst. Hier hat man ihre Mutter kennengelernt und dass ihre Kindheit nicht gerade die einfachste war. Dabei ist auch für sie eine überraschende Erkenntnis gekommen.Ich fand auch wieder, diese ganze Welt, wie sie aufgebaut so interessant. Gerade die Vampire sind so interessant gestaltet mit den Lebenden und den Toten. Gleichzeitig ist es aber auch schrecklich kompliziert, weshalb Rachel ja auch immer wieder Probleme mit ihrer Mitbewohnerin und Freundin Ivy hat. Ivy mochte ich direkt im ersten Band, was auch daran liegt, dass ich immer ein Herz für Vampire habe. Und hier tat mir Ivy teilweise so leid. Sie kämpft dagegen an, was sie ist, wird aber immer wieder in den Strudel des Verderbens gezogen und ich bewundere solche Figuren, die gegen sich selbst kämpfen, gegen ihre eigene Natur, obwohl sie eigentlich wissen, dass sie eigentlich machtlos sind. Trent Kalamack ist ein spannender Widersacher und er erinnert mich stark an Harry Widersacher den Mafiosiboss. Die haben ja auch so ein wechselseitiges Verhältnis, indem sie manchmal miteinander und dann wieder gegeneinander arbeiten. Und so ist es bei Rachel auch.Mit Rachels Freund Nick kann ich nicht viel anfangen. Irgendwie ist das eine seltsame Figur und irgendwie empfinde ich ihn als Waschlappen. Die Beiden passen für meinen Geschmack auch nicht zusammen, daher passt die Rolle, die Rachel ihn hier ausversehen gegeben hat, recht gut.Der Pixie Jenks hat die Geschichte mit seiner aufgedrehten Art aufgelockert, wobei er an manchen Stellen auch die Stimme der Vernunft ist. Tja, nur blöd, dass Rachel kaum auf ihn hört.FIB-Ermittler Glenn ist hier aufgetaucht. Anfangs fand ich den recht doof, aber dann hat er sich gut entwickelt. Ich konnte auch nachvollziehen, dass er teils ungehalten auf Rachel reagiert hat, da diese sich oft daneben genommen hat. Fazit: Beim ersten Band war ich erst begeistert und das hat dann leider abgeflaut. Beim zweiten Band war es genau andersherum. Je mehr sich die Lage zugespitzt hat, umso mehr ist die Spannung gewachsen. Vielleicht hat es mir aber auch gefallen, dass die Vampire mehr in den Fokus gerückt sind. Es war auf jeden Fall angenehm zu lesen und ich vergebe 4 Sterne.