Selina hat die Schule abgeschlossen. Die Monate, bis sie im Herbst ihr Studium beginnt, will sie bei ihrem Vater in einem abgelegenen Alpental verbringen. Gleich bei ihrer Ankunft bekommt sie von diesem jedoch unverständliche Warnungen. So soll sie keinesfalls die andere Seite des Tals aufsuchen. Erst nach und nach erfährt sie, dass ein Teil der Dorfbewohner Tierwandler sind, die seit Jahrhunderten friedlich mit den Menschen zusammenleben.
Die Idee, auf der M.P. Cuvels Urban-Fantasy-Welt beruht, ist interessant. In einem abgelegenen Alpental der Schweiz lässt er von Außenstehenden unbemerkt Tierwandler und normale Menschen friedlich zusammenleben. Die Protagonistin erfährt beim Besuchen ihres Vaters erst langsam die Geheimnisse des Ortes und auch ihrer Familie. Sie selbst bleibt dabei - eher ungewöhnlich für das Genre - jedoch ein normaler Mensch ohne besondere Fähigkeiten. Die Story an sich funktioniert, doch leidet das Buch leider daran, dass es anscheinend weder Lektorat noch Korrektorat durchlief. In manchen Fällen bin ich mir nicht sicher, ob es sich eventuell um schweizerische Ausdrucksweisen handelt, doch bei fehlenden Wörtern und sprachlich nicht funktionierenden Sätzen kann das keine Begründung sein. Auch inhaltlich gibt es ein paar Logik-Probleme. So unternimmt die Protagonistin eine Wanderung, die sie einst zusammen mit ihrem Bruder und ihren Eltern gemacht hat, als sie und ihr Bruder noch kleine Kinder waren. Jetzt als Erwachsene bricht sie Vormittags auf und ist (ohne größere Pausen) erst zurück, als der nächste Morgen graut. Und diese Wanderung sollen die Eltern damals mit kleinen Kindern gemacht haben? Nach einem gründlichen Lektorat und Korrektorat könnte aus der Idee allerdings eine richtig gute Geschichte werden.
Der Autor überlässt es seiner Protagonistin Selina, ihre Abenteuer selbst zu erzählen.
Fazit:
Die gute Idee dieser Urban Fantasy leidet leider unter einer überarbeitungswürdigen Umsetzung.